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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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32 Politische Geschichte Düsseldorfs.

Aber die Stände von Geldern verweigerten ihre Zustimmungund wählten, da sie weder österreichisch noch französischwerden wollten, den Jungherzog Wilhelm von Jülich-Cleve-Berg, Johanns Sohn, zum Nachfolger Karls. Johann undWilhelm nahmen die Wahl an und ergriffen nach KarlsTode 1538 Besitz von Geldern; doch gelang es ihnen nicht,die Zustimmung des Kaisers zu gewinnen; dieser hielt viel-mehr seine Ansprüche aufrecht. Noch während der Unter-handlungen starb Johann am 6. Februar 1539. Wilhelm,der, kaum 22 Jahre alt, die Regierung übernahm, sah sichvor die Frage gestellt, ob er Geldern dem Kaiser gutwilligabtreten, oder mit Waffengewalt behaupten wollte. Erwählte das letztere, in der Hoffnung, dabei von den deutschenProtestanten, sowie von England und Frankreich unter-stützt zu werden. Denn der Kurfürst von Sachsen, JohannFriedrich, war sein Schwager, ebenso König Heinrich derVIII. von England; dieser hatte noch 1539 Wilhelms zweiteSchwester Anna geheirathet. Mit Frankreich endlich wurdeim Juli 1540 ein Schutzbündniss abgeschlossen; Wilhelmverlobte sich mit der Nichte des Königs, der PrinzessinJohanna von Navarra. Der Krieg brach im Jahre 1542 offenaus. In Cleve sammelte der Marschall Rossem mit fran-zösischem Gelde ein Heer und fiel in die Niederlande ein;dagegen streiften kaiserliche Truppen verheerend im Herzog-thum Jülich. Es half nichts, dass sie im März 1543 beiSittard geschlagen wurden; denn nun rückte der Kaisermit einem italienisch-spanischen Heere durch Süddeutsch-land den Rhein hinunter, alle Vermittlungsvorschläge derdeutschen Fürsten zurückweisend. Am 24. August erstürmteer die tapfer vertheidigte Stadt Düren; dieselbe wurde vonden Spaniern geplündert und völlig niedergebrannt. Eszeigte sich, dass die Verbindung mit Frankreich unsermHerzog mehr Schaden als Nutzen brachte; denn der Kur-fürst von Sachsen wollte nicht an der Seite des Reichsfeindesgegen den Kaiser kämpfen; der König von England aberhatte bereits mit Karl V. ein Bündniss gegen Frankreichgeschlossen. Von seinen Freunden verlassen, musste Wilhelmsich dem Kaiser unterwerfen und auf Geldern verzichten.Seine Verlobung wurde aufgelöst und im Jahre 1546 hei-rathete er eine Nichte Karls, Maria, die Tochter des Königsvon Böhmen und nachmaligen Kaisers Ferdinand I. DieseEhe kettete ihn wieder enge an das Haus Oesterreich. Trotz-dem gab er den Gedanken, zwischen den beiden grossenReligionsparteien eine vermittelnde Stellung zu behaupten,nicht auf. Während des schmalkaldischen Krieges blieb erneutral; als der Kaiser dann einer neuen Erhebung derProtestanten unterlag, die Krone zu Gunsten Ferdinands