Politische Geschichte Düsseldorfs.
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alten, dem Deutzer Gau entsprossenen Geschlechtes ver-einigt.
Johanns Regententhätigkeit wurde hauptsächlich durchdie kirchliche Frage in Anspruch genommen. Es ist bekannt,wie Luthers Auftreten damals ganz Deutschland erregthatte; der grössere Theil der Nation stand auf seiner Seite,während der Kaiser und die Mehrzahl der Fürsten sich derBewegung abgeneigt zeigten. Herzog Johann war durchseine Stellung zu den Niederlanden auf ein freundschaft-liches Verhältniss zu dem Hause Oesterreich hingewiesen;anderseits erkannte er die Notwendigkeit kirchlicherReformen an. Er und seine Räthe: der Kanzler Gogreve,der Propst Vlatten und der als Erzieher des Thronfolgersangestellte junge Gelehrte Konrad von Heresbach warender Ansicht, dass man durch Abstellung der schreiendstenMissbräuche, sowie durch wissenschaftliche und sittlicheHebung des geistlichen Standes das Volk befriedigen, imUebrigen aber die alten Kirchenformen beibehalten könne.Man wollte also über den Parteien stehen. Von dieser An-sicht ging der Herzog auch nicht ab, als seine Tochter Sibylla1527 den protestantischen Kurprinzen Johann Friedrichvon Sachsen heirathete. Da aber die sehnlichst gewünschtenReformen weder vom Kaiser noch vom Papste zu erlangenwaren, so beschloss der Herzog, selbständig vorzugehen.Nach mehreren vorbereitenden Edicten erliess er 1533 fürsein Land eine Kirchenordnung, welche die dogmatischenStreitigkeiten umging. Bald aber musste auch diese ver-mittelnde Richtung gegen Umsturzversuche vertheidigtwerden, als sich von den Niederlanden her die Sekte derWiedertäufer über Westdeutschland verbreitete, mit ihrenreligiösen Lehren zugleich communistische verbreitete undendlich in Münster durch eine politische und sociale Revo-lution ihre Zukunftsträume zu verwirklichen suchte. Unterden ersten Fürsten, welche dem Bischof von MünsterHülfe leisteten, war Herzog Johann; auch in seineneigenen Landen ging er streng gegen die wiedertäuferischenAgitatoren vor.
Die enge Verbindung, in welcher Johann mit demKaiserhause stand, löste sich gegen Ende seiner Regierung,um unter seinem Nachfolger in offene Feindschaft um-zuschlagen. Den Anlass dazu gab das Herzogthum Geldern.Dort regierte noch immer Herzog Karl, der Feind Oester-reichs; aber er war alt und kinderlos. Er hatte 1528 in einemVertrage versprechen müssen, dass nach seinem Tode Gelderna n den Kaiser fallen solle. Trotzdem versuchte er, dasHerzogthum dem Könige von Frankreich zu übertragen.