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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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26 Politische Geschichte Düsseldorfs.

Auch die Grafen von Berg fühlten sich durch die Be-strebungen der Erzbischöfe vielfach bedroht und in ihrenRechten verletzt. Graf Adolf V. erhob namentlich Erb-ansprüche auf die Schirmvogtei über das Stift Essen, welchedem Erzbischof Engelbert II. auf Lebenszeit übertragenwar. Engelbert starb 1274; sein Nachfolger Siegfried erwarbnach langen Bemühungen jene Schirmvogtei zwar nichtfür sich selbst, aber für einen seiner Anverwandten, undstand seitdem auf feindlichem Eusse mit Graf Adolf.

So gespannt und unsicher waren die Verhältnisse, alsim Jahre 1280 der Herzog von Limburg, Adolfs Oheim,starb. Er hinterliess nur eine Tochter, Irmgard, welchemit dem Grafen Reinald von Geldern vermählt war. Reinaldfolgte zunächst dem Schwiegervater in der Regierung. AberIrmgard starb kinderlos 1282, und nun beanspruchte Adolfals nächster Agnat die Erbfolge für sich. Reinald wolltenicht weichen, und Adolf, der sich zum Kampfe zu schwachfühlte, trat seine Ansprüche gegen eine Entschädigung anden Herzog Johann von Brabant ab. Reinald fand Hülfebei Erzbischof Siegfried und dem Grafen von Luxemburg;dafür verbündeten sich die Grafen von Jülich und Mark,sowie die Stadt Köln mit Brabant und Berg. Der Kriegzog sich von der Maas an den Rhein. Am 5. Juni 1288 trafendie beiden Heere, in denen sich fast der gesammte nieder-rheinische Adel befand, bei Worringen auf einander, daseine von Herzog Johann, das andere von Erzbischof Sieg-fried und dem Grafen von Geldern persönlich geführt. Beidem Herzoge stand Graf Adolf mit dem bergischen Auf-gebot und den Kölner Bürgern in Reserve; sein rechtzeitigesEingreifen, als der Sieg sich schon auf die Seite des Erz-bischofs zu neigen drohte, entschied den Kampf. Am Abendwar das feindliche Heer vernichtet, der Erzbischof selbstAdolfs Gefangener; er wurde auf das Schloss Burg geführtund musste nach langem Sträuben auf die von dem Grafengestellten Bedingungen hin Frieden schliessen, um seineFreiheit wiederzuerlangen.

Schon längst hatte Graf Adolf gewünscht, auf seinemGebiete eine Stadt unmittelbar am Rheinufer zu gründenund so das bergische Land direct am Rheinhandel zu be-theiligen. Bisher war dies an dem Widerstände der Erz-bischöfe wie auch der einflussreichen Kaufleute von Kölngescheitert. Jetzt benutzte Adolf die Gunst der Umstände.Zur Ausführung seines Planes wählte er den Ort Düsseldorf.Unter dem 14. August des Jahres verlieh er, in Gemeinschaftmit seiner Gemahlin Elisabeth, dem Orte Stadtrecht. Zu-gleich wurde bei der Kirche ein Collegium von Canonichen