Druckschrift 
Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

Politische Geschichte Düsseldorfs.

25

empörung gegen die Hohenstaufen an und erhielt dafürvon dem Gegenkönige Wilhelm von Holland die Reichs-höfe Rath und Mettmann zum Geschenk. Sein NachfolgerAdolf V. ist für uns dadurch besonders interessant, dassunter ihm Düsseldorf zur Stadt erhoben wurde. DiesesEreigniss stand im engsten Zusammenhange mit den poli-tischen Kämpfen, die sich damals am Niederrhein ab-spielten; wir müssen deswegen etwas näher auf dieselbeneingehen.

Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts waren die Erz-bischöfe von Köln die mächtigsten Fürsten am Niederrheinund im südlichen Westfalen. Da jedoch weder ihre Besitzun-gen noch ihre Hoheitsrechte genau bestimmte Grenzenhatten, so sahen die Erzbischöfe sich in zahlreiche Streitig-keiten mit den benachbarten Grafen und Herren verwickelt.Sie mussten infolgedessen darnach streben, jene Nachbarnallmählich in völlige Abhängigkeit von dem Erzstifte zubringen, sie womöglich zu unterwerfen. Mit einigen istihnen das auch geglückt, namentlich seit dem Untergangeder Hohenstaufen, als keine Reichsgewalt mehr die Schwachenschützte. Kräftigen Widerstand dagegen fanden sie an denGrafen von Jülich. Diese hatten die ehemals pfalzgräflichenGebiete zwischen Rhein und Maas mit ihrem Stammlandevereinigt. Der einst zwischen Pfalzgraf Heinrich und Erz-bischof Anno geführte Kampf wiederholte sich jetzt; aberder Ausgang war anders. Als Erzbischof Engelbert II. imJahre 1266 persönlich an der Spitze seines Heeres in dasJülicher Land einfiel, wurde er von dem Grafen Walramim Gefecht überwunden und als Kriegsgefangener auf dasSchloss Nideggen gebracht; erst nach vier Jahren erhielter seine Freiheit zurück.

Gleichzeitig war den Erzbischöfen im Mittelpunkteihrer Macht ein anderer gefährlicher Feind erwachsen. ZurDurchführung ihrer politischen Pläne bedurften sie bedeuten-der Geldmittel und suchten dieselben theils durch Anlagevon Zollstätten an den Handelsstrassen, theils durch in-directe Steuern zu beschaffen. Dies traf den Handel unddie Industrie der mächtigen Stadt Köln besonders empfind-lich; die Stadt widersetzte sich daher. Um ihren Wider-stand zu brechen, erlaubten die Erzbischöfe sich Eingriffein die Stadt Verfassung, setzten städtische Beamte will-kürlich ab und suchten die Verwaltung ganz in ihre eigenenHände zu bringen. Da brach in Köln der Aufstand aus;1261 wurde die erzbischöfliche Besatzung vertrieben, unddie Stadt schloss Bündnisse mit den benachbarten Grafenvon Jülich und Berg, sowie mit anderen Dynasten.