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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Politische Geschichte Düsseldorfs.

Gebieten stand, waren ursprünglich die Verwalter der zuder Kaiserpfalz Aachen gehörigen Domänen. Dadurchnahmen sie im 10. Jahrhundert unter der weltlichen Aristo-kratie des Herzogthums Lothringen die erste Stelle ein. Dielothringischen Herzöge waren damals sehr geneigt, demKaiser Opposition zu machen, zumal da sie immer an Frank-reich eine Stütze fanden; es lag daher im Interesse derKrone, ihnen in ihrem eigenen Lande ein Gegengewicht zugeben. Dazu eigneten sich die Pfalzgrafen besonders. Indemdie Krone ihnen nach und nach die Verwaltung ganzerGaue übertrug und sie zugleich, wie es scheint, von denHerzögen völlig unabhängig machte, hob sich die Stellungder lothringischen Pfalzgrafen so, dass sie am Ende desJahrhunderts unter den ersten Grossen des Reiches er-scheinen. Pfalzgraf Erenfrid oder Ezo heirathete 990 dieSchwester des Kaisers Otto III. Sein und seiner Nach-folger Gebiet reichte auf der linken Rheinseite vonAachen bis zur Nahe, allerdings vielfach durchbrochenvon den Besitzungen der kölnischen und trierischenKirche; auf dem rechten Ufer beherrschte er den Ruhr-gau, Keldagau, Deutzer Gau und Auelgau (an der Sieg).Die Mitte des 11. Jahrhunderts bezeichnet einen Wende-punkt in der Geschichte der Pfalzgrafen. Bis dahin warensie durch gemeinsame politische Interessen mit den Erz-bischöfen von Köln im Kampfe gegen das übermächtigelothringische Herzogthum verbunden gewesen. Jetzt wardieses endgültig vom Rheinufer abgedrängt und nicht mehrzu fürchten. Anderseits kreuzten sich bei der grossenAusdehnung der kirchlichen Besitzungen die Ansprücheund Interessen der Erzbischöfe so vielfach mit denen derPfalzgrafen, dass es nicht an Anlass zum Streit fehlte.Im Jahre 1058 ergriff Pfalzgraf Heinrich die Waffen gegenden Erzbischof Anno; er unterlag jedoch im Kampfe undstarb zwei Jahre später geisteskrank. Sein Sohn, gewöhn-lich Heinrich von Laach genannt, war damals noch un-mündig; später wurde er Pfalzgraf und zeichnete sich inden Bürgerkriegen der Folgezeit als treuer AnhängerKaiser Heinrichs IV. aus; aber als er 1095 starb, erloschmit ihm der Mannesstamm seines Geschlechtes. In seinereichen Besitzungen theilten sich die Erben; die schonverkleinerte Pfalzgrafschaft erhielt sein Stiefsohn Siegfried.Sie verblieb seitdem nicht mehr erblich in einer Familie,sondern wurde von den Kaisern jeweils an besondersgetreue Männer verliehen. So erhielt sie 1142 Hermannvon Stahleck, der Schwager Konrads III. Er ist der letzterheinische Pfalzgraf diese Bezeichnung war jetzt ge-bräuchlich, der urkundlich als Herr des Keldagaues