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Aelteaie Geschichte Düsseldorfs.
Gebiete der Usipier am Niederrhein, gleichwie sich derdahintergelegene Gau der Tubanten in das benachbarteHolland (Twente) hineinerstreckte. Dann folgte den Rheinaufwärts der Gau der Tenktern, hinter diesem landein-wärts nach der mittleren Ruhr (Hattingen) der Gau derChattuarier und zuletzt dem Rheine entlang bis zumPfahlgraben der Gau der Chasuarier. Wir haben nunfrüher 1 ) die alte Landwehr, welche den Usipiergau um-grenzte, ihrem Laufe nach in der Art bestimmt, dass die-selbe vom alten Rhein bei Hauberg beginnend in einemgrossen Bogen bis zum Rheine bei Walsum lief, 2 ) undhier schloss sich der Gau der Tenktern an, dessenGrenzen ebenfalls durch die ihn umschliessende Land-wehrangegebenwerden. 3 ) Dieser Gau schloss auchden heutigen Stadt- und LandkreisDüssel-d o r f ein, der hiernach in römischer Zeit, nachdem ereine längere Weile unbebaut gelegen, von den Tenkternbesiedelt worden war. 4 )
Die nahen Beziehungen, in welchen damals das rechts-rheinische Uferland mit dem linksrheinischen Römerlandegestanden, werden durch die grosse Menge römischerAlterthümer, welche in seiner ganzen Ausdehnung sichvorfinden, vollauf bestätigt. Dahin gehören zunächst diezahlreichen römischen Münzen, welche sowohl in wieausserhalb der Gräber gefunden werden und auf einenlebhaften Verkehr mit den Römern hinweisen. Dann dievielen Bruchstücke römischer Dachziegel, welche bezeu-gen, dass die germanischen Bewohner öfters statt derhergebrachten Stroh- und Schindelbedachung sich inrömischer Weise der Ziegel bedienten; ferner die vielenrömischen Geräthe und Schmucksachen, die meistens inGräbern gefunden werden. Hauptsächlich aber sind die
') S. Neue Beiträge etc.
2 ) Wir finden in der Karte bei v. Ledebur „Das Land undVolk der Beukterer", den Gau der Usipier am Niederrhein fast ge-nau in derselben Begrenzung gezeichnet, wie es dem Laufe der inihren Resten noch erhaltenen Landwehr entspricht.
3 ) Ein Arm der Gränzwehr schloss sich bei Hittorf dem Rheinean; ob dies der Hauptarm, oder aber die von der Dukenburg weiterüber Rennbaum, Altenberg und Bechern laufende Landwehr, wirddurch fernere Untersuchungen rheinaufwärts zu bestimmen sein.
*) Die Tenktern hatten ihre Wohnsitze im Bergischen und auf-wärts bis zur Sieg; von ihnen sagt Tacitus (Germ. 32), dass sie ausserdem gewohnten Waffenruhm sich auch durch eine trefflich geübteReiterei auszeichneten, sodass selbst das chattische Fussvolk nichtberühmter sei, als die Reiterei der Tenktern. Die Bezeichnung „Tenc-trenses" in demVeroneser Fragment statt der gewöhnlichen „Tencteri"kann auffallen; ob damit vielleicht ein mit den Tenktern verbundenerkleinerer Stamm gemeint sei, mögen die Philologen entscheiden.