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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
Seite
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Aelteste Geschichte Düsseldorfs.

aus deren Namen schon hervorgeht, dass sie von demdurch den Pfahlgraben eingeschlossenen Gebiete gänzlichverschieden waren. Diese Gaue, deren Völkerschaftenhauptsächlich in den Gegenden des Niederrheins ansässigwaren, konnten nur vom Pfahlgraben an rheinabwärtsdem Strome entlang gelegen haben, und wenn wir desoben besprochenen ehedem leeren Ufergebietes ge-denken, das genau in der genannten Strecke sich aus-dehnt, so ergibt sich sofort die Folgerung, dass jenerömischen Gaue durch eine spätere Besiedelung des län-gere Zeit leer gelegenen Landstriches entstanden sind.Diese Ansiedlungen fanden aber, der Unsicherheit derGegend wegen, nicht wie am Oberrhein durch herüber-gewanderte romanisirte Gallier, sondern durch eingewan-derte Germanen statt, 1 ) denen unter gewissen Bedingungendie schon früher von den Germanen in Anspruch ge-nommenen Ländereien zur Bebauung übergeben wurden.Dadurch erreichten die Römer den doppelten Zweck,einerseits dass ihre Oberhoheit auch am Niederrhein aufeinen bewohnten rechtsrheinischen Landstrich ausgedehntwurde, wie es schon am Oberrhein der Fall war, unddass anderseits auch ihre Besitzungen auf dem linkenRheinufer dadurch einen erhöhten Schutz erhielten. Hier-bei darf man nicht annehmen, dass ganze Völkerschaftenin diese Gaugebiete aufgenommen wurden, sondern nursolche Theile derselben, die sich freiwillig den römischenBedingungen zu unterwerfen und die römische Herrschaftanzuerkennen geneigt waren. Die besiedelten Landes-theile wurden dann, wie am Oberrhein durch den Pfahl-graben, so hier durch ebendieselben Landwehren ein-geschlossen, mit deren Anlage bereits Drusus und Tibe-rius begonnen hatten. In dem angeführten Schriftstückwird uns zuerst genannt der Gau der Usipier. Nun wissenwir mit Bestimmtheit, 2 ) dass in der augusteischen ZeitUsipier am Niederrhein, und zwar nördlich der Lippe-mündung wohnten, später finden wir Usipier am Ober-rhein als die westlichen Nachbarn der Chatten. Sei es nun,dass die am Niederrhein wohnenden Usipier, unter Zu-rücklassung eines Theiles, später an den Oberrhein zuden Chatten gezogen, oder, wie Andere wollen, bei derAuswanderung zur Zeit Cäsar's ein Theil des Volkes inseinem ursprünglichen Sitze am Oberrhein zurückgebliebenund nur ein Theil an den Niederrhein gelangt war, jeden-falls befand sich der spätere Usipiergau in dem früheren

*) Dies bezeugt der Umstand, dass weder römisches Mauer-werk, noch Gräber in dem besagten Landstrich gefunden worden sind.») Caesar bell. gall. IV, 16. Florns IV, 12 Tac. ann. XIII 55.