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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Aelteste Geschichte Düsseldorfs. 7

dass die Römer, auch nachdem ihre frühere Herrschaftin Deutschland aufgehört, doch das rechtsrheinische Ufer-land in Besitz behielten, zur Genüge, dass dieselbenwährend des 1. Jahrhunderts n. Chr. Zeit und Gelegen-heit genug hatten, solche Werke in dem unmittelbardem rechten Rheinufer angrenzenden Landstriche aus-zuführen.

Um dieselbe Zeit verliessen die in dem südwestlichenWinkel zwischen Rhein und Donau wohnenden Germanen,durch die Nähe der Römer beunruhigt, ihr Land undzogen gegen Osten. Das leere Gebiet besiedelten allmäligherübergewanderte Gallier, und um die Bevölkerung vorplötzlichen Ueberfällen der Germanen zu schützen, zogendie Römer den limes, d. i. eine durchflochtene Palissaden-wand mit dahintergelegenem Banketwall und vorliegen-dem Graben, dem sog. Pfahlgraben, der in kurzen Ent-fernungen mit steinernen Wartthürmen besetzt war. 1 )Ganz entsprechende Einrichtungen finden wir nun aucham Niederrhein, nur war hier die Construction derlimites verschieden von derjenigen am Oberrhein: stattder Pfahlwand finden wir hier einen starken Erdwall,der auf seiner Krone mit schwer durchdringlichem leben-digem Gehölz, sogenanntem Gebück, bewachsen war,davor einen durch zwei schmälere Wälle gebildetenGraben, und hinter dem Hauptwall ebenfalls ein Banket(Weg). Gleich den Wartthürmen am Pfahlgraben warendiese sogenanntenLandwehren" in kurzen Abständenmit aus Erde aufgeworfenen Warthügeln besetzt, diewahrscheinlich, wenigstens theilweise, einen hölzernenThurm trugen. Diese niederrheinischen Schutzwehrenlaufen der Art, dass sie in Verbindung mit dem Rheineund unter sich einzelne Gebietstheile einschliessen, diesich von Holland aus dem Strome entlang aufwärts bisüber das Siebengebirge hinaus erstrecken, wo zuletztihre Construction in die des hier beginnenden Pfahl-grabens übergeht. 2 ) Hiernach fallen die von diesenSchutzwehren eingeschlossenen Landes-theile genau mit dem oben erwähntenleeren Uferstrich zusammen, und es drängtsich unabweislich die Annahme auf, dass jener leere Landstrichin einer gewissen spätem Zeit allmälig besiedelt und danndurch die Gränzwehren ebenso geschützt wurde, wie der

x ) Die Pfahlmauer diente gegen Angreifer zu Fuss, der Grabengegen Reiterei und das Banket als Weg für die Wächter, um diebefestigte Postenlinie zu beschreiten.

. 2 ) Ueber die Landwehren ist ausführlich gehandelt in den neuenBeiträgen etc.