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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
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Aelteste Geschichte Düsseldorfs.

bebaute Land in Besitz zu nehmen, gewaltsam abschlu-gen. 1 ) Auch werden die Römer diese Zeit nicht unbenutztgelassen haben, um durch die Krieger der linksrheini-schen Besatzungen einen Theil der Erdwerke auszuführen,deren Reste sich noch bei uns erhalten haben. Dahingehört der oben genannte alte Handelsweg, der nunmehr alsErddamm mit Seitenwällen kunstmässig erneuert wurde,ferner der zweite Arm der Rheinstrasse, der später vonKastei ab ganz nahe dem Rheine, ebenso wie die Römer-Btrasse des linken Ufers, zuweilen durch die Felsen gebrochen.wurde. 2 ) Derselbe überschreitet bei Bergheim die Sieg,hierauf bei Reuschenberg die Wupper und tritt alsbald inden Kreis Düsseldorf. Hier führt er an Langenfeld undBenrath, dann dicht östlich an Düsseldorf vorbei überHuckingen weiter, und endet zuletzt am Rheine beiUtrecht. 3 ) Dieser Strassenarm, der ebenfalls aus einemErddamme mit zwei Seitenwällen bestand, war mit zahl-reichen Warthügeln zum Signalisiren besetzt, wovon sichebenfalls noch einige Ueberreste in unserm Kreise er-halten haben. Ausser einem weniger bedeutenden Restebei Benrath finden wir eine solche Hügelwarte nochdeutlich am Biegerhof und weiter abwärts bis zur nieder-ländischen Grenze noch deren acht. Ferner treffen wirdie Ueberbleibsel eines römischen Marschlagers an dieserStrasse, nämlich bei Gr. Winkelhausen, wovon ein Theildes inneren Einschlusses noch wohl erhalten ist. 4 ) Aucheinzelne Fortsetzungen der von der linken Rheinseiteüber den Strom führenden Römerstrassen werden dieserZeit zuzuschreiben sein. Wenn man daher in unsererGegend so manche Ueberreste von Erdanlagen findet,welche die Forschung als römische Strassen und Schanzenbezeichnet, so ergibt sich aus dem angeführten Umstände,

*) Tac. ann. XIII., 54, 55. Der Einfluss, welchen die Römerdamals in den rechtsrheinischen Gebieten ausübten, wird auch durchden Umstand bezeugt, dass sie bei verschiedenen germanischenVölkern Truppen aushoben (Tac. Agric. 28, 32). Es war überhauptfestgestellt, wie weit die Germanen vom Rheinufer entfernt wohnendurften. (S. die Belegstellen b. Ukert, Germania S. 271). Noch imbatavischen Kriege (71 n. Chr.) beklagen sich die Tenktern bitterüber den gehemmten Verkehr mit dem jenseitigen Rheinufer. Einein der Guntrum'schen Sammlung befindliche und bei Flingern ge-fundene Urne mit einer Erzmünze des Nero (5468 n. Chr.) mag.aus der Zeit jenes Krieges (6971) herrühren, als die benachbartenTenktern in den leeren Uferstrich eingedrungen waren.

2 ) P i c k's Monatsschrift f. d. Geschichte Westdeutschlands. IV..Jahrgang.

a ) Die alten Heer- und Handelswege etc. 3. u. 5. Heft.

*) Neue Beiträge zur alten Geschichte und Geographie d. Rhlde..6. Folge.