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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
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AeUeste Geschichte Düsseldorfs.

unter kleinen aufgeworfenen Hügeln oder auch in ebenerErde, und daneben trifft man zuweilen die Reste desScheiterhaufens an. Auch kommen die Gräber sowohlwie auch die obgenannten Steinwerkzeuge fast nur anden alten Wegen vor. 1 )

Als um die Zeit von Chr. Geb. durch die Kriegszügeder Römer die am Ufer des Niederrheins wohnendenVölker allmälig zurückgedrängt Worden, entstand, zumaldurch die Uebersiedelung eines grossen Theils der Sigam-bern von der rechten auf die linke Rheinseite unter Ti-berius, dem rechten Rheinufer entlang ein von Be-wohnern leerer Landstreifen, der sich nachund nach von der niederländischen Gränze bis über dasSiebengebirge hin ausdehnte. 2 )

Diesen leeren Uferstrich, der auch unsern Kreis um-fasste, behielten die Römer, auch nachdem sie ihre Er-oberungspläne in Deutschland völlig aufgegeben, inständigem Besitz und benutzten ihn hauptsächlich zuWeideplätzen für die Pferde der linksrheinischen Be-satzungen, 3 ) dann auch zur Anlage von Ziegelbäckereien,wie aus mehreren Ziegelstempeln hervorgeht. 4 ) Ausser-dem besassen sie auf der rechten Rheinseite Steinbrüchebei Dünwald und B.-Gladbach, und am Virneberge beiRheinbreitbach Kupferbergwerke. Es war aber dieserUferstrich noch von besonderer Wichtigkeit für denSchutz des linken Rheinufers gegen die Einfälle derGermanen, sowie für die freie Schifffahrt auf dem Rheine,und welchen Werth die Römer hauptsächlich aus diesemGrunde auf den Besitz desselben legten, geht aus derHartnäckigkeit hervor, mit welcher sie jede Bewohnungdesselben durch die benachbarten Germanen verweigerten,und die wiederholten, bald durch Unterhandlungen, balddurch Gewalt bewirkten Versuche derselben, das un-

*) Unter den Urnen der Golzheimer Heide ist noch ein imhistorischen Museum befindliches Gefäss hervorzuheben, das dieForm eines geflochtenen Korbes zeigt, und in seinem Innern ange-brannte Knochen und ein Bronzeringelchen enthielt.

2 ) Tacit. annal. XIII, 54, 55.

a ) Tacit. a. a. O.

4 ) Auf Ziegeln z. B. zu Aachen gefunden befinden sich Stempel,nach denen diese Ziegeltrans Rhenum" hergestellt sind, währendandere die Bezeichnungtegula transrhenana" tragen. Einzelnedieser Ziegel sind zugleich mit dem Namen der 1. und der 10. Legionversehen, von denen wir wissen, dass sie im 1. Jahrhundert n. Chr.am Niederrhein gelegen haben. S. Lorsch in d. Zeitschr. desAachener Geschichtsvereins VII. Bd. 3. u. 4. Heft S. 159 ff. Ausser-dem wurden den ganzen Niederrhein hinab von Bonn bis Xantenzahlreiche Ziegel bloss mit der Bezeichnungtransrhenana "(sc. tegula)gefunden. (Auch in der Guntrum'schen Sammlung befindet sichein solcher Stempel.)

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