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Aelteste Geschichte Düsseldorfs.
In der Rheinebene konnte in jenen entfernten Zeiten,bei ihrer sumpfigen Beschaffenheit, ebenso wie in denBergwaldungen, nur eine geringe Bevölkerung vorhandensein, und wir besitzen daher auch, ausser den Gräbern,nur wenig Denkmäler, die sich, wenigstens theilweise,auf jene Zeiten zurückführen lassen. Die in unseremKreise aufgefundenen und im historischen Museum derStadt Düsseldorf aufbewahrten Gegenstände, die zum Theileiner sehr frühen, zum Theil aber auch einer späterenPeriode angehören können, bestehen aus fünf Steinbeilen,von denen je eines in Wersten, Lintorf, im Tannenwäldchen,bei Heiligenhaus und in Düsseldorf gefunden worden, ferneraus einer Lanzenspitze aus Feuerstein, gefunden bei Ra-tingen, und einem bearbeiteten Hirschgeweihrest, gefundenam Schwarzbach bei Ratingen. Ausserdem befindet sich inder Sammlung des Hrn. Guntrum zu Düsseldorf ein Stein-beil, gefunden bei Flingern, und eine Steinwaffe, gefundenzu Oberbilk, im Museum zu Bonn. Germanische Gräber,welche theilweise den ältesten Zeiten angehören, theil-weise aber auch bis zum frühesten Mittelalter hinabreichenkönnen, sind gefunden worden zu Flingern, Pempelfort,Icklach, Düsseldorf, Oberbilk, bei Stoffeln, am Tetelberg,im Aaper-Wald, an der Fahnenburg, bei Waldesheim, zuLintorf, Grossenbaum, Hilden; das bedeutendste Gräber-feld aber zieht sich vom Kaiserhain über die GolzheimerHeide hin und hat in der neuesten Zeit eine grosse Aus-beute an germanischen Graburnen und einigen anderenGefässen geliefert. 2 ) Auch wurden in den Gräbern eineMünze von Augustus, eine bronzene Knopfnadel, einigeBronzeringe und Thonperlen mit Bronzeplättirung ge-funden. 3 ) Sämmtliche Thongefässe zeigen den gemein-samen Typus, dass sie aus freier Hand geformt und amFeuer gebrannt sind. Die mit Asche und Knochenrestengefüllten Urnen, fast immer ohne weitere Beigaben, sindvon verschiedener Form und Grösse, und zuweilen nochmit einer flachen Schüssel gedeckt. Sie finden sich häufig
J ) Rheinische Provinzialblätter. Bd. II. S. 3 ff.
2 ) Die erste Nachricht über dieses Gräberfeld haben wir gegebenin d. neuen Beiträgen etc. VI, 9 u. in P i c k's Monatsschrift I, 98.
3 ) Ein Theil der an den verschiedenen Orten aufgefundenen Urnenbefindet sich in dem historischen Museum, in den Sammlungen desHrn. Guntrum, des Realgymnasiums und auf der Fahnenburg.Wir machen insbesondere auf ein in dem bist. Museum befindlichesgerm. Grab nebst Leichenbrandstelle aufmerksam, welches durchHrn. C. K o e n e n so wieder hergestellt ist, wie es bei einer auf derGolzheimer Heide durch den Düsseldorfer Geschichtsverein unterLeitung des Hrn. O. Rautert stattgehabten Ausgrabung bloss-gelegt wurde.