Aelte8te Geschichte Düsseldorfs.
Zeit kehrte sich das Verhältniss um, indem einzelne Völker-schaften von der rechten Rheinseite auf die linke hinüber-wanderten und sich dort festsetzten. Aber erst durchJul. Cäsar erhalten wir nähere Nachricht über die amNiederrhein um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr.vorhandenen Völkerschaften: es werden uns die S i g a m -*c~b e r n genannt, die von der Lippegegend rheinaufwärtsdas rechte Ufer innehatten, 1 ) und wir können mit Sicher-heit annehmen, dass sie auch unsere Gegend bewohnten.Die Sigambern werden uns als wild und kriegerisch ge-schildert; 2 ) sie wohnten auf einzelnen Höfen, auch inDörfern, und trieben Ackerbau; 3 ) in ihren Wohnsitzenwerden Bergwaldungen und Sümpfe erwähnt. 4 ) Hiermitstimmt die physische Beschaffenheit unseres Landstrichsvöllig überein, wo die Gebirge ehedem in höherem Masseals jetzt mit Waldungen bedeckt waren, die sich auchstreckenweise durch die Bheinebene hinzogen, und dieletztere durch Ueberfluthungen des Bheines und seinerArme eine sumpfige Beschaffenheit erhielt. In jener Zeit,und bis in's 14. Jahrhundert hinein, floss nämlich derBhein von Grimlinghausen an Neuss vorbei und in einemweiten Bogen nach Düsseldorf, wobei er das Bestrebenhatte, nach Osten das Land zu überfluthen und einzelneArme auszusenden, von denen der bedeutendste in seinemjetzt ausgetrockneten Bette wohl noch zu erkennen ist.Dieser vorgeschichtliche Rheinarm kömmt aus der Gegendvon Benrath, läuft dem Fusse des Höhenzugs entlangüber Grafenberg, wo das alte Bette besonders deutlichist, und endet am Rheine in der Gegend von Wanheim.Von Grafenberg ging an Flingern vorbei ein kleinererWasserarm nach dem Rheine ab, den man nebst dernördlichen Fortsetzung des Hauptarmes in neuester Zeitmit Unrecht als den Hauptstrom zur Römerzeit angesehenhat. 5 ) Die häufigen Ueberschwemmungen, denen jeneWasserarme ihre Entstehung verdanken, waren auch dieUrsache, dass der obengenannte vorgeschichtliche Handels-weg, der bis dahin näher dem Rheine durch die Ebenelief, bei Unterbach die Höhen erstieg, und dann stets überdas Gebirge, weiter vom Rheine entfernt, bis jenseitsRatingen zog.
J ) Caesar bell. gall. IV, 16, 35.
2 ) Die Belegstellen finden sich bei U k e r t,- Germania S. 353.s ) Caesar b. g. IV, 19.')Ukerta. a. O.
*) P i c k ' s Monatsschrift für die Geschichte Westdeutschlands.VII. Jahrgang.
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