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Deutsche und oesterreichische Bibliothekszeichen, Exlibris : ein Handbuch für Sammler, Bücher- und Kunstfreunde
Entstehung
Seite
379
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Neuzeit, 18711900. 371

Als alle Stilunterarten von der Renaissance bis zumEmpire nach 15 Jahren durchkopiert waren, gewann dersog. » Neuenglische St//« die Oberhand, der, wie inanderen Ländern, auch in Deutschland Eingang fand.Er entwickelte sich aus dem Streben, die Umgebungdes Menschen auf einfachem Wege praktisch und bequemzu gestalten und sie nebenbei, nicht aufdringlich oderübermässig, mit künstlerischem Schmuck zu versehen.Dieser letztere setzte sich namentlich aus einer reichenund vielfältigen Verwendung von Blumen-, Blatt- undPilanzenornamentik zusammen und erstreckte sich a\\(Skulptur und Malerei, Metall- und Möbel-Schmuck, ins-besondere aber auf alle zeichnerische Darstellungund damit auch auf die Exlibris-Komposition.

Der besonders in England zu starkem Blühen ge-kommene Praeraphaelismus mit seinen faltenreichenGewändern und antik angehauchten Figuren, ferner derplötzlich auftauchende und neu in die Erscheinungtretende Japanismus blieben auch in Deutschland nichtohne Einwirkung, was wir nicht nur im grossen undganzen auf fast allen Gebieten der Kunst, sondern auchwieder auf den Zeichnungen unserer Exlibris beobachtenkönnen.

Inzwischen sind wir neben einem Umherirren inallen möglichen Stilen und einem Anlehnen an dieselben- in den letzten 5 Jahren vor 1900 in die »moderne«Richtung eingetreten, die sich in Anpassung an einfacheLinien, in einem Streben nach Bequemlichkeit allerMöbel und Gebrauchsgegenstände, in Ornamentik vongewundenen Linien und Schnörkeln und namentlich inmannigfachster Anwendung und Stilisierung von Blumenund Pflanzen gefällt, die sich aber noch in der Entwick-