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Deutsche und oesterreichische Bibliothekszeichen, Exlibris : ein Handbuch für Sammler, Bücher- und Kunstfreunde
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297
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Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. -19. Jahrh. 297

der Bischofsmütze gestatten, daher »infulierte Aebte«.Die Mitren der Aebte sind meist einfacher in der Stickerei;die zwei Spitzen der Mitra gelten als Symbole für das alteund neue Testament. Die Mitren sind in der Verzierungihrer Vorderseiten sehr mannigfaltig und enthalten ent-weder aufgestickte einfache Kreuze aus Seide, Tuch,Perlen, Edelsteinen oder Arabesken, Blatt- und Ranken-werk oder Figuren der Madonna mit dem Jesuskind, vonEngeln, Heiligen, Märtyrern, z. B. beim Exlibris desBenediktinerstifts St. Veit, bei dem der heilige Vitusin seinem Blei- und Pechkessel auf der Mitra dar-gestellt ist.

Bei denjenigen Klöstern, wie z. B. Buchau, Würt-temberg, St. Blasien, Baden, und Salem, Baden, die den»Blutbann«, d. h. das Recht über Leben und Tod derKloster-Unterthanen hatten, kreuzt sich auch ein Schwertmit dem Krummstab; auch Stab- und Vortragskreuzesieht man hinter den Schilden; das einarmige ist eigent-lich das erzbischöfliche, das honoris causa zufolge päpst-lichen Indults auch manchem Bischof vorgetragen wird;das mit zwei parallelen Querbalken und Kleeblattendenist das Kardinal- oder Patriarchenkreuz, das mit dreidas Papstkreuz (vgl. z. B. 2 Wessobrunner Exlibris mitSt. I'eter). Die Symbolik ist, dass diese geistlichenWürdenträger Stellvertreter Christi sind und daher auchdas »Kreuz« ihres Amtes zu tragen haben nach denWorten der heiligen Schrift: »Tollat crucem suam«.Dieser Grund ist der gleiche, warum wir das einarmigeKreuz auch bei Exlibris und Wappen von Aebten undKlöstern sehen.

Bei gefürsteten Reichsabteien, z. B. Buchau und St.Blasien, versäumte man nicht, diese hohe Würde durch