1 66 Allgemeines.
Auch im 17. Jahrhundert bildet das Wappen nochden Hauptschmuck des Bibliothekzeichens, teils alleinmit und ohne Inschrift, teils mit Ahnenwappen, teils inoft recht überladenen Umrahmungen. Auch Inschrifts-Ovale kommen nun öfters vor.
Während wir auf den Bibliothekzeichen des 16. Jahr-hunderts mit Vorliebe die Wappen in Portalen, Nischenund insbesondere zwischen Karyatiden und innerhalb vonsymbolischen Eckfiguren sehen, finden wir im 17. Jahr-hundert die Wappen sehr häufig umgeben von rundenoder ovalen Lorbeer- u. a. Kränzen, eine Mode, die all-gemein mitgemacht wurde und die vielleicht zum Teilauf Johann Sibmachcrs »Wappenbüchlein« von 1596*)zurückzuführen ist, in dem diese Kranzumrahmungenvielfach vorkommen. Natürlich schliesst dies nicht aus,dass diese auch schon im 16. Jahrhundert vorkommen.
An Steckern findet sich im 17. Jahrhundert bereitseine grosse Anzahl, deren ältere noch unter dem Ein-flüsse Dürerscher und Alt-Nürnbergscher Kunst stehen.Da die Blätter, namentlich die jüngeren, zwischen 1600und 1700 im allgemeinen nicht mehr so viel Hochkünst-lerisches und Charakteristisches bieten, sind in diesemAbschnitte die Abbildungen nur auf besonders interes-sante beschränkt worden.
A. DIE BEKANNTEREN EXLIBRIS-MEISTER DES17. JAHRHUNDERTS**).
a. Heinrich Ullrich, Nürnberg: Mehrere Exlibris derFamilie von Oelhafen, Nürnberg, von denen das
*) »Johan Sibmacher fecit, Friedrich Dürer exeud.«**) Von diesen arbeiteten auch einige noch Ende des 16. Jahrhunderts.