Druckschrift 
Deutsche und oesterreichische Bibliothekszeichen, Exlibris : ein Handbuch für Sammler, Bücher- und Kunstfreunde
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

62 Allgemeines.

stielton, ein Schriftscherz, wie man ihn über Kirchen-portalten und an Monumenten des 18. Jahrhunderts, so-wie noch auf Denkmünzen des i <.). sehen kann. In derInschrift sind einzelne Buchstaben, die auch für Zahlengelten, gross geschrieben, gedruckt oder gemeissolt;zählt man diese zusammen, so ergiebt sich die Jahres-zahl, in der das betreffende Blatt gestochen, die Kirchevollendet oder restauriert, die Münze gegossen wurde.Ein gutes Beispiel liefern die Kxlibris des Benediktiner-stifts Raigern in Mähren, Kupferstiche von 1784 und1 789. An den Schrankseiten sind folgende' zwei Strophenmit grossen und kleinen Buchstaben angebracht:

Vorn: OfHCIna Llbrarla stVDIIs

VaVIorlbusqVe MVsIs saCra,

Hinten: Cur« et stVDIo OthMarl praeposlllNnVIs CopIosIsqVe LIbrIs eXornata.

Addiert man die Zahlenbuchstaben, so geben beideStrophen jedesmal die Jahreszahl 1784; das gleich-geartete kleinere Format ist von 1789; denn in beidenVersen ist in suavioribusque be/.w. in e.ura ein weiteresu = V 5 grossgedruckt.

Kin gleiches Chronogranvm weist das Kxlibris desPlebanus Lorenz Kellner in Wittislingen von 177 2 :,u 'idessen typographische Inschrift lautet: »eX testaMento1) :LtiVrentlI KeLl.ner PLebanl In VVIttlsl .Ingen« 1772.

A'. Kine weitere Art von Inschrift ist die des Stecher-,Zeichner etc. -Namens. Derselbe steht meistens kleinam unteren Rande rechts oder links, oder versteckterin einem Winkel der Zeichnung, sei es voll ausgeschrieben,oder nur mit Künstler-Monogramm oder Anfangsbuch-staben. Es ist schade, dass bei so vielen Blättern des15., 16. und 17. Jahrhunderts kein Verfcrtigcniame an-