8 Einleitung.
ter, den Geschmack und das Studium des Exlibris-besitzers zulässt.
Eine Gefahr für die Schönheit eines Blattes liegtvor, wenn die Zeichnung einem minder fortgeschrittenenDilettanten überlassen wird, der es vielleicht recht gutmeint, dem aber das Können oder die Anerziehungkünstlerisch feineren Geschmackes fehlt. Verzeichnungen,Ueberladungen, unschöne Anordnung, Fehler werdendie Folge sein. Anders liegt die Sache, wenn be-rufene Zeichner und Künstler das Exlibris auszuführenhaben; dann werden diese Blätter wirkliche „Zier-den" eines damit versehenen Buches sein; ich er-innere nur an Namen wie Dürer bis Doepler, Cranachbis Klinger!
Signierte, d. h. mit dem Namen oder Monogrammdes Stechers oder Zeichners versehene Blätter werdenjedem Kunsthistoriker und Sammler willkommener sein,als nicht bezeichnete, bei denen man nur auf Vermutungenoder Vergleiche mit Blättern ähnlichen Charakters an-gewiesen ist. Die Signierungen sind meist sichere Beweisefür die Autorschaft eines Blattes, das, wenn es z. B.von einem bekannteren Meister oder Kleinmeisterherrührt, nicht nur höheren pekuniären, sondern viel-mehr höheren künstlerischen, ideellen und Schönheits-Wert hat.
So sind auch datierte Blätter sympathischer alsundatierte. Wenn ein in Stilperioden erfahrener Kennerwohl fast jedes Blatt bis auf 10—20 Jahre seiner Zeitwird taxieren können, so fällt dies dem Laien schonerheblich schwerer; auch zieht man einen sicheren,gewissermassen urkundlichen Beweis einer Berechnungund Vermutung vor.