238 !• Kap., 8. Abschn. Diu Kompetenzen des Ceneralkommissariats.
wieder aufzuhelfen; neben den Kommissaren wurden auch die neu-ernannten Kommerzienräte zu genauer Erkundung über Handelund Gewerbe ins Land verschickt und erhielten ihre Reisekostencharakteristischer Weise aus dem Kriegsetat erstattet 1 . Wenn dieseHilfe am Ende unseres Zeitraums noch keine besonders glänzendenErfolge aufzuweisen hatte, so war sie doch ein erster Versuch undweiterwirkender Anstoß für die merkantilistische Schutzpolitik deskommenden Jahrhunderts.
Von größerer Bedeutung und schon unmittelbarer Wirkungwar dagegen die Anlage und Privilegierung neuer Manufakturen,die sich einer besonderen Sorgfalt des Generalkommissariats er-freuten. Schon seit 16(30 hatte man Versuche gemacht, fremdeManufakturen in den kurfürstlichen Landen anzusiedeln: ein Amster-damer Kaufmann legte 1(3(51 eine Seifen- und eine Hutzuckerfabrikin Berlin an, und der Generalproviantmeister Daniel von Enkevort— es war der inzwischen als österreichischer Adel anerkannteInckeforth — wurde nach Holland gesandt, um dort die Woll-und Garnmanufakturen zu studieren und Gründungen holländischerFabrikanten in Brandenburg zu veranlassen 2 . Aber erst gegenEnde der siebziger Jahre kam die Zucker- und auch die Tabak-fabrikation in Aufnahme, und erst durch die Heranziehung tüchtigerGewerbetreibender aus Sachsen und der Schweiz und durch dieEinwanderung der französischen und pfälzischen ReligionsHüchtlingewurde in Brandenburg-Preußen eine ganze Anzahl von Manufak-turen heimisch gemacht, welche die Grundlage vor allem der Luxus-industrie des neuen Staates geworden sind. Der GeneralkommissarGrumbkow hatte seit 1680 die Leitung dieser Einwanderung inder Hand, die brandenburgischen Kommissare und Residenten inden fremden See- und Handelsstädten wurden von ihm über dieBeförderung und Verpflegung der Einwanderer instruiert und mitGeldmitteln versehen 8 . Die Ankommenden wurden nach ihren
1 Sendung des Kommerzienrats Job. Georg Trintz 1692 Geh. St. K. 9, C. 6,92. — Vgl. auch die Instruktion Willmanns über die Kommenden- und Steuer-revision in Ravensberg. Colin, 22. Mai 1692 (Konz. gez. D. L. Danckelman).Akten No. 33 a.
2 Seinen Bericht über den Erfolg seiner Sendung s. Geb. St. R. 9, D. 1.1 Kurf. an Guericke in Hamburg, Colin, 5. Nov. und 8. Dez.; an Lely in
Köln, Merian in Frankfurt a. M., 9. Nov.; an Diest und Kommissar Romswinckelin Amsterdam, 10. Nov. 1685 usw. Samtliche Konzepte gez. J. E. v. Grumbkow.Geh. St. R. 122, 6 a 1, vol. I.