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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
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In den Herzogtümern Hinterpommern und Lauenburg-Bütow. ]77

von Schwerin, dem die „Direction in Militaribus" geblieben warund jetzt nochmals ausdrücklich bestätigt wurde', untergeordnetwerden sollte, doch stellte sich der Kurfürst bei dem sofort be-ginnenden Kompetenzstreit auf die Seite des Oberkommissars, derSchwerin nur in militärtechnischen Sachen behülflich sein, sonstaber allein dem Obergouverneur von Pommern, also Sparr, unter-geben sein sollte 2 . Da Johann Schede im folgendeu Jahre starb,wurde auch die Steuereinnahme in der Weise neu geordnet, daßfür die Landeskontribution ein Obereinuehmer ernannt wurde,während der Landrentmeister die Rezeptur der Kontribution inden kurfürstlichen Ämtern, der Lizenten und später der Kopfsteuerund der Akzise in den Städten erhielt 8 ; das Prinzip möglichsterSeparation der Ämter- und Stäudeuntertanen und der Stände untersich wurde also auch hier angewendet. Außerdem gab es inKolberg noch einige selbständige Garnisonkassen, welche unterSchwerins Leitung direkt vom Generalkommissariat ressortierten 4 .Das Oberkomniissariat bildete für alle diese Gebilde noch keines-wegs eine einheitliehe Spitze, und seine Stellung zur Regierung,in deren Schöße die Kommission zur Einrichtung der Hufenmatrikelwieder neubelebt, aber ohne den Oberkommissar gebildet wurde 6 ,war noch völlig ungelöst. Erst als mit der allmählichen Um-bildung der Regierung aus einer ständefreundlicheu in eine mehrlandesherrliche Behörde, einem ihrer Mitglieder selbst, demRegierungs- und Amtskammerrat Joachim von Carnitz, nach dem

1 Kurf. an die Regierung. Königsberg, 13./23. Nov. 1668. — Audi Colin,9./19. Nov. 1666 hatte der Kurfürst auf eine Iieschwerde der Stände hin befohlen,daß Schwerin, selbst wenn seiner in den Verordnungen nicht gedacht würde, stetsdie militärischen Kommissionen mitrespizieren solle. 11. 30, 218.

2 Isaacsohn, Beamtentum II, 174.

;l Ohereinnehmer war bis 1088 David Quickmann, von da ab FriedrichHaken, der später zum Kriegskommissar ernannt wurde (Best., Colin, 6./16. Mai1694. Kons, gez. D. L. Danckelman.) Kr. Min., 193, 1. — liandrentmeister:Leonhard Jacob Weiler 1669—72, Heinrich Möring 1672—75, Friedr. Creitz1675—79, Daniel lirockwedel 1679—88 und David Westphal 1688 -97 ff., K. 30,53 u. 61. — Vgl. auch Kurf. an hinterpomm. Reg., Potsdam, 7./17. Aug. 1675und Colin, 10./20. .Tan. 1678. R. 30, 37 u. 140.

4 Deren Rechnungen und Schwerins Berichte darüber s. Kr. Min., 35 u. 96.

5 Die Mitglieder der am 16. März 1671 eingesetzten Kommission warenKrnst v. Krockow, Adam v. l'odewils, Sebastian Neumann u. lioguslav v. Schwerin.Sie kam 1673 zu einem vorläufigen Abschluß, wurde aber seit 1679 durch Grumbkowenergisch zur Weiterarbeit angetrieben. R. 30, 140.

Urk. u. Aktenst. /.. Gesch. d. Kurf. Friedr. Willi. 1, 2. 12