Das Proviant-Kommissariat. 131
fand, wurde durch Grumbkow Johann Heinrich Sohr in dieseStellung berufen l . Er war einer von den tüchtigen und stillwirkenden Beamten des Großen Kurfürsten, welche die ge-waltige Arbeitsleistung dieses Herrschers auch auf allen be-sonderen Gebieten bei der Begründung des Brandenburgisch-Preußi-schen Staates begreiflich machen. Unter seiner und GrumbkowsOberleitung, der schon bei der Ernennung Sohrs die Aufrecht-erhaltung des Generalproviantamtes auch im Frieden vorsah 2 , er-langte das Amt erst seine bedeutsame Ausgestaltung, indem esnicht auf die Verproviantierung des Heeres im Felde beschränktblieb, sondern bald die Proviantverwaltungen sämtlicher Provinzenin sich zentralisierte und so eine der wichtigsten und umfang-reichsten Abteilungen des Generalkommissariats darstellte. DerGeneralproviantmeister wurde von nun ab nicht mehr wie früherder Generalität, sondern allein dem Kurfürsten und dem General-kommissariat unterstellt 8 . Sonst war der Wortlaut seiner Be-stallung, was die Aufgaben anbetraf, dem seiner Vorgänger von1038 fast völlig gleich geblieben: die Verproviantierung des Heeres,die Füllung und Instandhaltung der Magazine, die Aufsicht überdie Proviantbeamten und eine richtige Rechnungführung der Ein-nahmen uud Ausgaben: aber sie hatte jetzt einen anderen Sinnbekommen, seit Sohr, dessen Stellung durch seine Ernennung zumAmtsrat und unter BYiedrich III. zum Generalproviant-kommissar noch verstärkt wurde 4 , monatliche etatsmäßigeSummen aus der Generalkasse oder nach deren Anweisungen bei
1 Sohr war zuerst Kassierer bei der Artillerie. Best, zum Kommissar, Colin,l:t./23. April 1676. — Sohr an Meinders, Berlin, 11. Jan. 1678, Bitte um dieKommissariatsstelle in Stettin. Best., Colin, 22. Jan. 1678, Konz. gez. F. Meinders.Hest. zum Gen.-Prov.-Meister, I'otsdam, 2:!. Juli 1679. Konz. gez. J. K. v. ürumbkow.Kr. Min. 195 u. 199.
■ Er setzte das Traktament Sohr, „solange der Krieg währt und der Ceneral-Stab bezahlt wird", auf monatlich 100 Taler, „in Friedenszeiten aber aufmonatlieh 50 Taler aus der Kriegskasse in Berlin nebst den üblichen Servitien" fest.
a „Wenn er seiner Verrichtung nach etwas anzubringen hat, soll er sich anUns oder Unser General-Kommissariat" wenden, heißt es am Schluß der Be-stallungen Kupners und Sohrs.
1 In den (Jeneialkiiegskassen-Rechnungen wird Sohr seit 1680 Amtsrat, seit1689 (Jen.-Prov.-Kominissar genannt. Kr blieb bis 1699 im Amte, das dann aufseine Bitte seinem Schwiegersohne Ludwig Theophil Kiesewetter übertragenwurde, Colin, Lg. Sept. 1699. Kr. Min. 199.