Der Kriegprat von 1630—1641. 41
den Obersten Konrad von Burgsdorf und Hans Georg von Ribbeck,den Geheimen und Kriegsräten mit Rat und Tat fleißig zur Handzu gehen *. Neben diesen Männern und Götze wurden auch dieandern von Schwarzenberg vertriebenen Räte wie Gerhard Rumilianvon Kalkum und Samuel von Winterfeld vom Kurfürsten zurück-berufen; am 3. April wurden die ersten tatsächlichen Friedens-verhandlungen mit Schweden eingeleitet: die erste MilitärepocheBrandenburgs war damit vorüber, und am 12. April wurde derKriegsrat aufgelöst, weil ein solcher für die Festungsgarnisonen,die allein erhalten blieben, nicht vonnöten sei 2 . Zwar wurde be-stimmt, daß die Räte, welche außer zu den Kriegssachen nocheine andre Bestallung hätten, in dieser verbleiben sollten, aberHans von Waldow wurde wegen Beleidigung des Kurfürsten an-geklagt, Joachim Friedrich von Blumenthal im Juli ungnädig ent-lassen, der Kriegssekretär Johann Stellmacher wegen Unterschleifeverhaftet. Die Kriegspartei wurde also gründlich zersprengt undnur die Kriegsräte, welche Schwarzenberg nicht so persönlich nahe-gestanden hatten, blieben in ihren sonstigen Bestallungen, MatthaeusWesenbeck, Balthasar von Dequede und Balzer von der Marwitz beimKammergericht, Erasmus Seidel im Geheimen Rat-, der KriegsratJohann Fromholdt endlich genoß so viel Vertrauen, daß er auchnach der Auflösung noch eine Zeitlang zur Bearbeitung der Kriegs-sachen hinzugezogen werden sollte, und zwar wurde diese Aus-nahme, „welche sonst keinem der vorigen Räte außer den Ge-heimbten geschehen", wie die Eintragung des Kanzlers von Götzein das Eidbuch ausdrücklich besagt, deshalb gemacht, weil From-holdt die beste Wissenschaft in diesen Dingen hatte; doch schwebteselbst gegen ihn 1(542 ein Verfahren wegen seines Verhaltens imKriegsrate 8 . Curt Bertram von I'fuel, der ehemalige Direktor desKriegsrates, der ebenfalls wieder in den Geheimen Bat berufenwurde, erinnerte noch einmal im Jahre 1649 an die einstige Be-hörde, als er einen Tag vor seiuem Tode dem Kanzler den kur-
1 Prot. u. llel. I, 200. — Spannagel, Konrad von Burgsdorf, 170.
2 Instruktion für Statthalter und Geh. Räte vom 12. April 1641. Prot. u.Rel. I, 226.
3 Geh. St. Kep. 78, 128. — Holtze, Gesch. des Kammergerichts II, 173.;—Prot. u. Ilel. I, 641—642 u. 646 Note. — B. v. Bonin, Der Kriegsrat, Forsch.XXV, 86 Note 2.