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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
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382 II. Buch. 2. Kap. Die Domänen.

Aber eben durch die Milde dieser Bestimmungen gelang es, dasglänzende finanzielle Resultat dieser Epoche zu erzielen.

Gewifs hatten ja die Pächter unter den früheren Verwaltungenviel zu niedrige Sätze gezahlt, in den Anschlägen war z. B. vielfachder Wispel Roggen mit 10 Thalern angesetzt, während er auf demBerliner Markt in dem Jahrzehnt von 1663 bis 1673 durch-schnittlich etwa 12 Thaler 19 Groschen 1 , 1673/83 aber etwa 14 Thaler9V2 Groschen gegolten hat 2 . Und auch wo man höher gegriffenhatte, war die Taxe weit hinter dem Marktpreise zurückgeblieben:in einem Pachtvertrag von 1674, der für 6 Jahre abgeschlossen wurde,wurde der Wispel Roggen mit 12 Thalern veranschlagt 3 , während erim Durchschnitt in der Periode von 16741679 16 Thaler in Berlingekostet hat 4 . Auch die Transportkosten waren nicht so hoch, dai'ssie eine allzugrofse Verschiebung dieses Preisverhältnisses zu Gunstender Pächter bewirkt halten könnten. Aber wenn man jetzt an vielenStellen mit dem besten Rechte sehr viel höhere Pachten verlangte underhielt, so war es doch gewifs wirtschaftlich richtig, nun nicht sogleichauch alle übrigen Bedingungen zu verschärfen. Eher hätte man mitder Steigerung der Pachten vielfach schneller vorgehen sollen: in einemKontrakt von 1693 z. B. war der Wispel Roggen noch mit 14 Thalerveranschlagt 8 , während er in diesem Jahre in Berlin etwas über20 Thaler brachte 0 .

So wenig aber auch Knyphausen der Kurmark seine volle Kraft

(Prov.-Arch.). Arrcndevertrag über das Amt Rüdersdorf (Art. 4) vom 28. Mai 1692(Potsd. Reg.).

1 Der Thaler hatte damals 24 Groschen.

2 Die auf den Akten des Berliner Magistrats beruhenden Tabellen in denMitteilungen des statistischen Bureaus in Berlin (VI S. 90) geben für166373 als Preis für den Scheffel 16 Silbergr. an, für 167383 18 Sgr. Um diePreise in damaliger Münze zu eruieren, mufs man von dieser Ziffer zunächst Vsabziehen, da damals der Thaler 24 Gr., nicht 30 Sgr. hatte. Die Wispelpreis«sind dann dieselben Zahlen in Thalern, wie die Schcffelpreisc in Groschen, da einWispel 24 Scheffel hatte.

3 Arrendekontrakt über das Vorwerk Potzlow (Amt Gramzow) vom 15. Ju»1674, Anschlag (s. u. Akten Nr. 119).

4 Der Scheffel kostete 167479 inklusive durchschnittlich 20 Sgr. gleich16 Gr. (berechnet nach der Tabelle in den Mitteilungen VI S. 90).

6 Arrendekontrakt über das Vorwerk Drensen (Amt Gramzow) vom 17. Mai1695, Anschlag (s. u. Akten. Nr. 128).

0 Der Scheffel kostete 25 7 /i2 Sgr. gleich etwa 20 Gr. (Mi tte ilun g en VIS. 91).