Berieht der Kommission
für die Urkunden und Aktenstücke des Kurfürsten Friedrich
Wilhelm über ihre Thätigkeit von 1861—95 und ihre Pläne
für die Zukunft.
Johann Gustav Droysen, der im Jahre 1855 seinen ersten Bandder Geschichte der preul'sischen Politik herausgegeben und die zweifolgenden bis 1630 reichenden Bände noch in Jena vollendet hatte, ist1859 einem Rufe an die Berliner Universität gefolgt und hat zufällig,wie er schreibt, im Frühling dieses Jahres den Gedanken, Materialienzur Geschichte des Grofsen Kurfürsten zu sammeln und heraus-zugeben, bei Sr. Königl. Hoheit dem damaligen Kronprinzen FriedrichWilhelm angeregt. Bei einer Begegnung im Februar 1860 kam derKronprinz von selbst darauf zurück und beauftragte Droysen mitder Entwerfung eines Planes, der kürzer am 5., ausführlicher am8. März überreicht wurde. Auch Seine Majestät König Wilhelm sprachsich Droysen gegenüber bei einer Abendgesellschaft der Königinmit lebhafter Teilnahme für das Unternehmen aus. Doch kam eserst im Laufe des Jahres 1861 nach weiteren Konferenzen des Kron-prinzen mit Droysen, der bat, Th. v. Mörner und Max Duncker zu-ziehen zu dürfen, zu den geschäftlichen Festsetzungen mit dem Kultus-ministerium; es wurden die Mittel für die ersten Vorarbeiten aufzwei Jahre gewährt. Die entscheidende Kabinetsordre des Königsist vom 6. Juli 1861. Im August wurde Dr. Erdmannsdörffer,im Oktober Dr. R. Simson und Dr. H. Peter als Mitarbeiter ge-wonnen. Die erst geplante deutsche Übersetzung von PufendorfsDe rebus gestis Friderici Wilhelmi wurde fallen gelassen, ein Arbeits-plan der Kommission am 20. Juli 1861 vom Kronprinzen genehmigt.