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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
Entstehung
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Erstes Kapitel.Die Geheime Hofkammer und ihre Vorläufer.

Erster Abschnitt.Die behördenlose Zeit, die Staatskammerräte und das Provisorium.

Mit einer Welt von Plänen und Neuerungen in der Brust pflegendie Herrscher, insonderheit die jungen, den Thron zu besteigen. So-gleich aber lähmt das Gewicht der harten und massiven Realitäten,die sie fortzubewegen unternehmen, den Flug ihrer Ideen: die Wider-standskraft aller bedrohten Interessen, die träge Schwerkraft allesBestehenden machen sich geltend. Und nicht diejenigen zeigen denschlechtesten Beruf zu ihrem Amte, die nun nur weniges in Angriffnehmen, alles andere zunächst vernachlässigen und alle Kraft andas einmal Begonnene setzen. Sie beweisen vielmehr, dal's ihnender oberste Grundsatz politischen Handelns, das Geheimnis allerdauernden Erfolge, die menschliche Staatskunst je erreicht, zu eigengeworden ist: die Beschränkung auf das Mögliche, auf das Erreichbare.

Friedrich Wilhelm von Brandenburg, der als Zwanzigjähriger dieHerrschaft antrat, ist vom ersten Tage seiner Regierung an im Besitzdieses Arkanums gewesen, das von den Durchschnittsmenschen nurdie Grauköpfe kennen, das dem Genius aber von den Göttern in dieWiege gelegt wird. Nicht als ob er niemals Mifsgriffe und Unvor-sichtigkeiten begangen hätte, vornehmlich im ersten Jahrzehnt seinerRegierung hat es daran nicht gefehlt. Aber wie wenig fällt selbst derschwerwiegendste von allen politischen Fehlern, die ihm überhauptzur Last gelegt werden können, der Jülicher Erbfolgekrieg von 1651,