378 II. Buch. 2. Kap. Die Domänen.
gerung bis Trinitatis 1695 noch nicht allzu viel Wirkung auf denErtrag ausgeübt haben.
Fürwahr es war eine grolse Leistung; indessen hat die Knyp-hausensche Verwaltung gerade hier nicht alles leisten können, was sievermochte und was sie, wenn man ihr nicht auf so frivole Weise einvorzeitiges Ende bereitet hätte, auch sicherlieh geleistet hätte. DerReinertrag von 11 Ämtern, die im Jahre 1650/51 42 700 Thaler Über-schüsse geliefert hatten, betrug 1695/96 noch nicht ganz so viel,sondern nur 42 500 Thaler. Nun ist gewifs, dafs jener Betrag beidem Vorwiegen der Naturalablieferung und der schlechten Verwaltungdieser grofsen Vorräte bei einem Vergleich etwas gemindert werdenmül'ste, während dieser nicht nur den völlig disponiblen Barertragrepräsentiert, sondern auch noch durch Abzüge für Bauten, die man1650 niemals unternommen haben würde, so weit herabgedrückt ist,aber immerhin geht aus dieser Vergleichung hervor, dafs die Knyp-hausensche Verwaltung sich zuerst 11 Jahre lang hat abmühen müssen,um die entsetzlichen Verwüstungen, die die Mifswirtschaft Cansteinsangerichtet hatte, wieder gutzumachen und dies obwohl die da-zwischen liegenden Epochen der Kammerverwaltung, insbesondere dieGladebecks, schon mit grofsem Erfolg in derselben Richtung gearbeitethatten. Noch schlimmere Ergebnisse liefert ein Vergleich mit den Zu-ständen zu Anfang des Jahrhunderts: 22 Ämter, die im Jahre 1615142100 Thaler Reinertrag geliefert hatten, waren in dem Etat für1695/96 nur mit 63800 Thaler angesetzt 1 , also mit etwa 44 Prozentder damaligen Einkünfte! So furchtbare Wunden hatte der Kriegdiesem unglücklichen Lande geschlagen, dafs man bei einem sehr vielrationelleren Wirtschaftssystem nur wenig mehr als 44 Prozent derReineinnahme jener Zeit erzielen konnte! Unzweifelhaft hätte mantrotzdem auch schon bis 1697 noch gröfsere Erträge erzielt, wenn dieAufmerksamkeit Knyphausens nicht viel mehr auf die mittleren undwestlichen Territorien gerichtet gewesen wäre, wo er in derselbenZeit, vereint mit Kraut noch viel Erstaunlicheres zu Werke gebrachthat. Immerhin konnte Kraut noch vor seinem Abgange eine Steigerung derkurmärkischen Ämtereinkünfte um 15—20000 Thaler vorschlagen 2 , was
(vergl. ebenda S. 82f.) sind mir wohlbekannt, bevor aber weitere Forschungenangestellt sind, mufs man mit ihnen vorlieb nehmen.
1 S. die Tabelle auf S. 376, Anm. 1.
3 So nach (Fischbach) Historische politisch-, geographisch-, statistisch- undmilitärische Beyträge II 1 (1782) S. 24.