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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
Entstehung
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Fünfter Abschnitt. Die definitive Annahme des Arrendesystems (168497). 375

doch vor allem an einem viel allgemeineren Schaden litt. Dessenwundester Punkt waren unzweifelhaft die viel zu niedrigen Pachtsätzegewesen und hier hat denn auch Knyphausen am stetigsten undenergischsten eingegriffen. Bei dem Zuschlag der Pachten sollte dieHöhe des Angebots allein ausschlaggebend sein, es sollten keine per-sönlichen Rücksichten genommen werden. Selbst dem ältesten Do-mänenpächter der Zeit, dem Oberamtmann und Amtskammerrat Brügge-mann auf Diesdorf, wurde im Jahre 1690 bedeutet, dafs man ihm dieerbetene Verlängerung des Kontrakts nur dann gewähren werde,wenn kein anderer mehr biete 1 .

Schon 1689 konnte Knyphausen denn auch rühmen, dafsdie Domänenein weit mehreres" eintrügen, als früher 2 , Eswaren namhafte Steigerungen der Ämtererträge zu verzeichnen. Sohatte das Amt Lebus, das 1650/51 12200 Thaler Überschufs gegebenhatte 3 1673/74 an Geld 3600 Thaler 4 zu Hofe geliefert, 1681/828300 Thaler Geld, 4600 Thaler an Getreide abgeführt und 15800 ThalerBruttoeinnahmen verzeichnet 5 . 1688/89 aber wurden seine Brutto-einnahmen mit 17 200 Thalern gebucht, 1695/99 mit 21000. Dadie letzteren etwa um 2900 Thaler höher als die Nettoeinnahmenwaren 6 und auch im Jahre 1673/74 etwa für 2000 Thaler Getreide ge-liefert 7 sein mochten, so hatten mithin die einzelnen Verwaltungen seit1640 auf diesem Amte jedesmal am Ende ihrer Dauer folgende Netto-erträge erzielt: das alte Administrationssystein im Jahre 1650/5112 200 Thaler, die Cansteinsche Verwaltung 1673/1674 5800 Thaler,die Gladebecksehe 1681/82 12900 Thaler, die Knyphausensche abernoch 2 Jahre vor ihrem Ende 1695/96 19100 Thaler.

Und dieses Beispiel bietet noch nicht einmal ein Durch-schnittsbild: die Nettoeinnahmen von 8 Ämtern, die 1673

1 Der Kurfürst (Konzept D. L. Danckelmans) an die Amtskammor 19. Juni 1690.

2 Art. 14 der Denkschrift Knyphausens vom 13. Februar 1689 (s. u. AktenNr. 8).

8 Auszug aus den Übcrschufsextrakten für 1650/51 (s. u. Akten Nr. 88).

4 Extrakt der Ämterüberschliige für 1673/74 (s. u. Akten Nr. 117).

5 Bericht Schlüters an den Kurfürsten vom 11. Aug. 1683 (s. u. AktenNr. 123).

6 Wenn man annimmt, dafs die Amtsausgaben auf dem Status von 1681/82stehen geblieben seien.

7 Wenn man annimmt, dafs sich die Getreidelieferungen von 1673/74 zudenen von 1681/82 ebenso verhalten haben, wie die Geldablieferungen beiderRechnungsjahre.