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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
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Die Amtskammer zu Kölln und das kurmärkische Kassenwesen (165197). 183

heit durchaus dein Kurfürsten überlassen zu wollen, machte man Miene,selbständig und zwar auf sehr drastische Weise einzugreifen: demKurfürsten kam bald zu Ohren, dafs jemand der Ritterschaft geratenhabe, den Amtskammerrat durchprügeln zu lassen, und in der Thatkam es zu Thätlichkeiten zwischen Battier und adligen Lakaien, dieempörten Edelleute vergafsen sich so weit, sich in der Nähe desSchlosses bewaffnet zusammenzurotten und in der Stechbahn bis andie Schlofsmauer zu dringen 1 . Solche Eingriffe in seine Hoheit zudulden, war Friedrich Wilhelm nicht im mindesten geneigt, er ver-sprach den ständischen Deputierten zwar Satisfaktion, liefs den Ritternaber sehr ungnädig ihr eigenmächtiges Vorgehen verweisen 2 . Siesahen sich genötigt, um Entschuldigung zu bitten 8 , ihre Klage aberkam nicht zum Austrag, da Battier inzwischen landflüchtig gewordenwar 4 . Mag Battier auch in vielen, wenn nicht in allen Stücken Rechtgehabt haben, wenn er als vorurteilsloser Fremder die märkische Ver-waltung so rücksichtslos verurteilte, so bewies er doch jetzt, dafs erfür seine Person wenig geeignet gewesen war, über andere zu richten:er floh mit Hinterlassung namhafter Rückstände und Schulden andie kurfürstlichen Kassen 5 . Obwohl man sich sogleich 0 und nochmonatelang später bei fremden Potentaten darum bemühte, seinerhabhaft zu werden, gelang es nicht.

Die Organisation der Verwaltung liefs Canstein zunächst fastvöllig ungeändert. Dafs er selbst im Oktober 1660 zum Ober-marschall ernannt wurde 7 , brachte nur den Zusammenhang zwischen

sich in uns und die Sinnen werden betrübt, so oft uns diese Beschimpfung undderselben Urheber ins Gedächtnifs kömbt." Der sei des Lebens nicht wert, derseine Ehre nicht wahre. Sie wollen sich, so schliefst die Eingabe, aller Rache ent-halten und die Sache dem Kurfürsten ganz überlassen, an dessen Scepter undHoheit damit auch gegriffen sei. Sie begnügen sich, den Übelthäter criminaliteranzuklagen. (Eingabe der knrmärkischen Trakten, Grafen, Herren und Ritter anden Kurfürsten, o. D.)

1 Der Kurfürst an Canstein und Koppen, 8., 11. Juli 1670.

2 Der Kurfürst an Canstein und Koppen, 18. Juli 1670.

3 Canstein und Koppen an den Kurfürsten, 21. Juli 1670.

4 Die Ritterschaft an den Kurfürsten, 29. Dez. 1670.

5 Der Kurfürst an den Rat von Amsterdam (Bitte um Arretierung Battiers),15. Aug. 1671.

0 Der Kurfürst an den Rat von Hamburg, 15. Jan. 1671 (ähnlich an Braun-schweig, Lüneburg und Magdeburg).7 S. Isaacsohn II S. 125.