Die Amtskiinimer zu Kölln und das kurmärkische Kassenwesen (1651—97;. 181
durch ein sehr kompliziertes Komproraifs zur Ruhe gebracht. Zunächstward ihnen zu mehrerer Förderung des Friedens empfohlen, möglichstan verschiedenen Wochentagen zu erscheinen, dann sollten sie möglichstgesondert unterschreiben, und endlich ward Chwalkowsky, dein dasausdrücklich durch Reskript garantiert war, zwar in seinem Ehrenplatzlinks vom Präsidenten belassen, für Fleming aber, dem der Kurfürstzuerst Recht gegeben hatte \ der Sitz gegenüber, abweichend von derReihenfolge der übrigen Räte, reserviert 2 .
Ernsthafter waren die Streitigkeiten, in die einer der von aus-wärts Berufenen, der Amtskammerrat Peter Battier, mit seinen Kollegengeriet. Die Stellung der Auswärtigen war von vornherein schwierig,die Einheimischen kamen ihnen mit Mifstrauen entgegen 8 . Die meistenwul'sten diese Hindernisse zu überwinden, einzelnen gelang es nicht —so auch Battier, an dessen Person sich ein ganzer Rattenkönig vonStreitigkeiten und Differenzen knüpft. 1668 war er in das Kolleggetreten 4 und schon im folgenden Jahre kam es zu einem Präcedenz-streit zwischen ihm und dem Adjunkten Cansteins 5 , Hackelberg. Schonwenige Monate darauf geriet er in einen sehr ernsthaften Konflikt mitseinem Präsidenten. Er hatte Caustein in Gegenwart von Dritten undauch beim Kurfürsten zum mindesten indirekt beschuldigt, bedeutende
jenigen, so vor ihm darin gewesen, den Sitz nimbt und wenn einer die Stelle einesFrüheren erhält, so wird das so verstanden, dafs die im Collegio auf einer Bankbereits Sitzenden heraufrücken und der letzt Ankommende die unterste Stelle nimbt.Er sei 4 Jahre vor Chwalkowsky in der Amtskammer geweseu und wisse nicht,warum gerade mit ihm zu seiner Beschimpfung der Anfang mit einer Änderunggemacht werde." (Hans Heinrich Fleming an den Kurfürsten 22. Okt. 1688, alserfolglos erneuert 11. Mai 1689.)
1 Resolution des Kurfürsten (Konz. von Meinders) vom 13. Mai 1689.
2 Chwalkowsky hatte vorgestellt, dafs er nie Amtskammerrat gewesen, sonderndafs ihm bei seiner Bestallung zum Geheimen Bat per specialem commissionemaufgetragen worden sei, in der Amtskammer Dienst zu thun, und den oben ge-schilderten Vergleich vorgeschlagen. Die Geheimen Räte billigten seine Proposition.(Statthalter und Geheime Räte an den Kurfürsten 16. Juni 1689.) Darauf erfolgteder Bescheid, dafs der Kurfürst an seiner Resolution nichts ändern, wollten dieBeiden sich aber, wie vorgeschlagen, einigen, so werde er schwerlich etwas dagegenhaben (Grumbckow, Fuchs, Danckelman an den Statthalter und die Geheimen Räte,Bonn 23. Sept. 1689).
8 Gegen Appels Ernennung sträubte sich das Kollegium; die Amtskammers 'ähe seine Bestallung lieber nicht vollzogen, schrieben die Geheimen Räte (SchwerinsKonzept) dem Kurfürsten am 5. Okt. 1677.
4 S. o. S. 179 Anm. 3.
B S. o. S. 28.