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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
Entstehung
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Die Amtskammer zu Kölln und das kurmärkische Kassenwesen (165197). 179

Hackelberg von Küstrin nach Berlin versetzt \ und im Jahre 1676 er-hielt ein Mitglied desselben Kollegiums, der doit schon Kammernleisterund Amtsrat war, eine Expektanz auf die erste frei werdende Rats-stelle in der Amtskammer zu Kölln an der Spree 2 . Öfter noch aberkam es vor, dafs Auswärtige in den brandenburgisehen Dienst berufenund sogleich als Räte angestellt wurden: Battier, der 1668 Amts-kammerrat wurde 3 , war ein Ausländer, und 1677 wurde ein anhaltischerKammerrat in das Kollegium als Rat berufen 4 .

Von einer Normierung der Aufnahmebedingungen für junge Leuteist wenigstens in einem speziellen Fall einmal die Rede gewesen. EinAspirant aus guter bürgerlicher Familie, der jahrelang Jurisprudenzstudiert und die Doktorwürde erlangt hatte, auch ein geborener Märkerwar, wurde abgewiesen 5 , mit dem Bemerken, dafs fortan niemand indie Amtskammer aufgenommen werden sollte, der nicht vorher vieleJahre lang in der Ökonomie und Verwaltung mit Erfolg thätig ge-wesen sei 6 . Indessen war diese gelegentliche Feststellung keine zumPrinzip erhobene Regel: man verfuhr in der Hauptsache nach Gut-dünken.

Bevorzugt wurden vor allem die Angehörigen und Verwandtender angestellten Beamten, wie bei den beschränkten und sich noch ineinem sehr kleinen Kreise bewegenden Verhältnissen dieser jungenBureaukratie am wenigsten Wunder nehmen darf. Die Familie Schulzeist in der Berliner Amtskammer in diesem Jahrhundert zweimal undzwar gleichzeitig in den beiden Brüdern Melchior und Joachimvertreten', die Familien Fehr und Matthiafs, jede mit zwei Mit-gliedern, die aber in der Hauptsache nacheinander amtierten;

1 Der Kurfürst an die Amtskammer 13. Juli 1669 (s. u. Akten Nr. 2).

2 Dekret des Kurfürsten (Konzept von Meinders) vom 6. März 1676.

3 Bestallung (Konz. Schwerins) 24. April 1668.

4 Job. Georg Appel (der Kurfürst an die Geheimen Räte 30. Nov. 1677).

6 Gesuch des Bürgermeisters Tieffenbach (für seinen Sohn) an den Kurfürstenvom 21. Jan. 1673, von den Geheimen Bäten übersandt und anheinigestellt durchBericht vom gleichen Tage.

6Wir haben schon vormals resolvieret, dafs wir den Numerum der Räte inder Amtskammer konvertieren wollen, weil wir wohl verspüret, dafs die Vielheitder Tersonen mehr hinder-, als verträglich, über deme sind wir entschlossen, hinfüroKeinen in die Amtskammer zu nehmen, der nicht vorhero viele Jahre in oeconomicisgute Erfahrung erlanget und desfalls bei Allem ein gutes Lob verdienet." DerKurfürst (Konz. Schwerins) an die Geheimen Räte 28. Jan. 1673.

7 S. o. S. 159.

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