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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
Entstehung
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178 n. Buch. 1. Kap. Die Organisation der Verwaltung.

der Amtskammer niemand besonders hervorgethan, ein produktiverKopf war weder unter den alten, noch aus der Zeit vor der Reformstammenden Beamten Felir, Wernicke, Carjas, noch unter demjungen Nachwuchs.

Freilieh waren ja auch die Vorbildungs- und Avancementsverhält-nisse unter Cansteins, wie unter den nächstfolgenden Verwaltungennoch primitiv und ungeordnet genug. Zu einer organischen Ordnungdieser Dinge war noch nicht der kleinste Anfang gemacht. Ein Teilder damaligen Kammerbeamten hatte von der Pike auf gedient, sichvon den untersten Stellungen heraufgearbeitet. So Joachim Schulzeund Johann Fehr, die im Jahre 1615 als Amtskammerschreiber fungierthatten und von denen der erstere erst im Jahre 1638, nach 29jährigemDienst 1 1609 war er eingetreten, Johann Fehr sogar erst nachder Reform zum Amtskammerrat ernannt worden war 2 . Der Hof-rentmeister Michael Matthiafs war lange Jahre unter Georg Wilhelm,dann unter dem regierenden Kurfürsten erst Kanzlist, dann Registraturund Sekretär in der Geheimen Kammerkanzlei gewesen 8 . Späterunter Canstein wurde Brauch, dafs die für die höhere LaufbahnBestimmten in der Regel doch nicht mehr als Amtskammerschreiber,sondern als Sekretäre anfingen: Weise und Lindtholz, die unter Knyp-hausen in Ratsstellungen waren, haben unter Canstein so ihre Carrierein der Kammerverwaltung begonnen. Weise mufste nahezu 12 Jahreals Amtskammersekretär fungieren, ehe er eine Ratsstelle erhielt 4 .Lindtholz hatte jahrelang 5 ohne Ratstitel und Gehalt zuarbeiten, undals er 1675 zum Amtskammerrat ernannt wurde 6 , wurde er des Ge-haltes wegen auch zunächst nur vertröstet: er müsse warten, bis einerder jetzigen Räte mit Tode abgehe 7 .

Schon kam es auch auf, dafs die Beamten der Provinzialbehördensich um Stellen in der Berliner Amtskammer bewarben, so dafs diealten Beamten Einschub erlitten: 1667 wurde der Amtskammerrat

1 Joachim Schulze an Levin v. d. Knesebeck 18. Mai 1638.

2 1656 war er es (Specifikation aller kurfürstlichen Bedienten in der KurBrandenburg von 1656).

8 Bestallung für Matthiafs als Hofrentmeister 5. Dez. 1651 (s. u. Akten Nr. 68).

4 Bericht der Geheimen Räte an den Kurfürsten vom 26. Nov., der Kurfürstan die Geheimen Räte 30. Nov., Bestallung Gottfried Weises 5. Dez. 1677.

5 Die Specifikation von 1671/73 führt ihn schon auf.8 Bestallung vom 18. April 1675.

7 Der Kurfürst an die Amtskammer (Konzept Schwerins) 15. Nov. 1675.