Die Amtskammer zu Kölln und das kurmärkische Kassenwesen (1651—97). 177
amt bei ihr thätigen Räten — aufser dem Präsidenten nur dreiRäte, einen Sekretär und drei Schreiber 1 , und 1664 war in demdamals neu entworfenen Personaletat nur eine geringe Vermehrungder Subalternbeamten vorgesehen — zwei Kanzlistenstellen waren neuhinzugefügt. Erst zu Anfang der siebziger Jahre ward dieser Etat über-schritten und allerdings sogleich sehr erheblich: es waren aufser demPräsidenten sieben höhere Beamte, zwei Sekretäre, fünf Kammer-schreiber und ein Kanzlist vorhanden 2 , so dafs die Amtskammer miteinem Gesamtetat von sechzehn Beamten einen höheren Stand erreichthatte, als irgend je zuvor. Canstein war damals sogar der Ansicht,dafs sie nun so stark sei, dafs jede weitere Vermehrung unnötig sei 8 .Zugleich aber sprach er damals ein ziemlich geringschätziges Ur-teil über die Qualitäten seiner Beamten aus: er meinte, wenn dasKollegium auch zahlreich genug sei, so wünschte er doch, es möchtean haushaltungserfahrenen Leuten stärker sein. Freilich hatten einigeganz ausgezeichnete Beamte unter ihm gearbeitet, so Tornow, derfrühere Staatskammerrat, und Grumbckow, der späterhin als Leiterder Kommissariatsverwaltung dem Kurfürsten die trefflichsten Dienstegeleistet hat, aber beide waren nur vorübergehend bei der Amts-kammer beschäftigt, jener überhaupt nur kommissarisch 4 , dieser wurdezwar förmlich zum Amtskammerrat ernannt 5 , aber da er schon zuvorMilitär gewesen, ist er in den Feldzügen gegen Frankreich wieder zurArmee übergetreten 0 . Im übrigen aber hat sich unter Canstein in
1 Der Amtskammerrat Reichard Dieter, die Amtsräte Joh. Fehr und Joacli.Ernst Wernicke, der Amtskammersekretär Caspar Chartas, die KammerschreiberGeorg Friedrich Fehr, Jakob Weifse, Joh. Fr. Stiselius (Specifikation aller kurf.Bedienten in der Kur Brandenburg von 1656).
- An höheren Beamten sind aufgezählt (ohne Titel) Grote, Grumbckow, Matthiafs(Hofrentmeister), Krüger, Hakeberg (Hackelberg), Fehr, Wernicke, Lindtholz, fernerdie Sekretäre Weifse und Oarjas (oben Ghanas), 5 Kammerschreiber, 1 Kanzlist; beider Rentei endlich der Hoi'rcntmeister (nochmals) und 3 Renteischreiber. (Berichtvon denen Besoldungen, wie solche nach dem Hofstaatsbuche und der Verfassungde anno 1664 sein sollten und sich nach den einkommenden Berichten als vonHerren Heidekampffen, Herrn Michael Matthiassen und aus der Casse jetzo befindeto. D., jedenfalls aus der Zeit zwischen 1671 und 1673 stammend, da Grumbckowder 1671 eintrat, schon und Wernicke, der 1673 starb, noch erwähnt ist.)
3 Canstein an den Kurfürsten 4. Dez. 1672.
4 Sein Name findet sich einmal unter einem Berichte der /mtskammer anden Kurfürsten (vom 18. Juni 1657).
r ' Der Kurfürst an Canstein 10. März 1671.
6 S. Forsch, z. Brand, und Preufs. Gesch. V S. 142.
Urk. n. Aktmist. z. G. A. Kurf. Friedr. Wüh. N. F. 1. 12