Dritter Abschnitt. Die Knyphausensche Reorganisation (1684—97). 115
dagegen durch die Natur der Dinge nicht gefordert; dafs der alteZustand hier unangetastet blieb, tliat der Übersichtlichkeit der Kassen-verwaltung immerhin einigen Eintrag: diese Einkünfte beliefen sich indem Rechnungsjahr 1687/88 insgesamt auf etwas über 9600 Thaler 1 .Und diese Irregularität fiel um so mehr ins Gewicht, als sie in demGeneraletat nicht sichtbar gemacht wurde. Jene Beträge verschwandenunter der allgemeinen Summe der Hofrenteigefälle.
Wenigstens diese Ungenauigkeit war bei einem weiteren Postenvermieden, der einen Übertrag aus der Steuer- in die Kamnier-verwaltung repräsentierte, bei dem Posten „Aus der Landschaft". Erbestand aus den Zuschüssen, die die Verwaltung des märkischen Hufen-schosses — also der älteren märkischen Grundsteuer, nicht der neuerenKontribution — an die Hofrentei zu leisten pflegte, der früherschwankend gewesen, neuerdings aber auf den ständigen Betrag von12 000 Thalern festgesetzt worden war.
Für die Beibehaltung dieser beiden Einnahmen aus dem Gebieteder Kommissariatsverwaltung liefs sich immerhin noch anführen, dafses von jeher so gewesen, die Widerstandskraft jedes bestehenden Ver-waltungszustandes gab hier den Ausschlag; ganz neuen Datums warendagegen zwei andere, noch gröfsere Posten derselben Kategorie, dieLegations- und die Stempelgelder, die noch dazu einen erheblichhöheren Betrag erreichten — zusammen 35 700 Thaler.
Der Gesamtsumme dieser zu Unrecht bei der Kamnierverwaltunggebuchten Posten standen indefs unter den Ausgaben drei Postengegenüber, die wiederum für die Zwecke der Armee und der Landes-verteidigung verwandt wurden. Es waren nahezu 64000 Thaler ausden preui'sischen Zolleinnahmen, 5000 Thaler aus den pommerschen und9 200 aus den neumärkischen Renteigefällen, zusammen 78100 Thaler.Auch diese Irregularitäten waren das Erbe früherer, wenn auch nochnicht gar so weit zurückliegender Zeiten, zum grofsen Teil sogar erstder ersten Periode der Regierung des Grofsen Kurfürsten. Sie warenin den Jahrzehnten entstanden, in denen wohl die ersten Anfänge einesstehenden Heeres, aber noch nicht einer ständigen Steuererhebungexistiert hatten; nur eine Position war freilich ganz neuen Datums:
1 Rund 1851 Thlr. Orbede, 1777 Thlr. Altbiergeld, 110 Thlr. Fremdbiergeld,58 Thlr. Erbkriigerziese, 3698 Thlr. Alt- und Neubiergeld, 168 Thlr. Bauerziese,zusammen 9661 Thlr. Extrakt aus der Jahresrechnung der Hofrentei für Rem.1687/88 (Riedel Beil. III).
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