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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
Entstehung
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Dritter Abschnitt. Die Knyphausenscbe Reorganisation (1684—97). 109

noch dieselbe wie etwa 1640. Die Hofrentei war im Jahre 1(583,dicht vor Knyphausens Eintritt, mit zwei höheren Beamten — es warender eigentliche Hofrentmeister und Amtsrat Michael Matthiafs undder seit 1680 ihm adjungierte 1 designierte Hofrentmeister KonradBerthold Stille — und zwei niederen, einem Sekretär 2 und einemSchreiber, besetzt 3 . Diese Anzahl wäre an sich nicht ungenügendgewesen; auch die Personen, um die es sich handelte, waren vonanerkannter Tüchtigkeit. Michael Matthiafs war in dieser Stellunggeblieben, obwohl er sich nach mehr als einer Richtung hin diegröfsten Verdienste, insbesondere als Leiter der Postverwaltung, er-worben hatte, und sein designierter Nachfolger, Stille, hatte, ehe eran diese Stelle berufen worden war, eine Stelle bei einem der an-gesehensten Provinzialgerichte bekleidet; er war altmärkischer Quartal-gerichtsrat gewesen. Als Michael Matthiafs starb, ward seiner Witwevom Kurfürsten ein Gnadengeschenk von 1200 Thalern überwiesen 4 —eine ganz aufsergewöhnliche Anerkennung der Verdienste eines Be-amten. Und als Stille 1684 Matthiafs als Hofrat und wirklicher Hof-rentmeister nachfolgte, erhielt er ein Gehalt 5 , das dem der jüngstenGeheimen Räte gleichkam".

Aber freilich, diese beiden Leiter der Hofrentei konnten ihr nurein Bruchteil ihrer Zeit widmen: Matthiafs wie Stille waren gleich-zeitig Direktoren der Postverwaltung in allen Landen des Kurfürsten,der letztere erhielt auch die Leitung des Salzwesens in der Mark.Beide hatten überdem nebenbei die Hofstaatskasse zu verwalten, vonkleinen Nebenaufträgen abgesehen, und da die laufenden Geschäfte

1 An Stelle des seit 1676 fungierenden David Heinrich Schmettau, des Schwie-gersohnes von Michael Matthiafs, der damals zum Rat und künftigen Hofrentmeisterernannt, dessen Exspektanz aber später durch die Ernennung Stillos „aus erheb-lichen Ursachen" beiseite geschoben war (Bestallung D. II. Schmettaus vom 11. April1676, C. B. Stilles vom 26. Juni 1680, letzteres in einem Konzept von Gladebeck).

2 Er war vor kurzem vom Schreiber zum Sekretär befördert (KurfürstlichesDekret vom 14. Juni 1680).

8 Generaletat Sr. K. D. Civilbedienten von 1683 (König II S. 375).

4 Kurfürstliches Dekret vom 10. April 1684.

6 1285 Thlr. 21 Gr., nämlich 482 Thlr. Besoldung und 203 Thlr. 21 Gr. De-putat für die Hofrentmeisterstelle, 400 Thlr. für die Direktion des l'ostwesens,200 Thlr. für die des Salzwesens (Kurfürstliche Bestallung vom 2. April 1684,Konzept von Meinders).

0 1300 und 1200 Thlr. s. Generaletat der Civilbedienten von 1683 (König IIS. 357).