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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
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38 L Buch. 1. Kap. Die Geheime Hofkammer und ihre Vorläufer.

legenheiten, die Auseinandersetzung mit den Ständen, die Kirchen-,die Handelspolitik, die Fürsorge für die Armee und in Verbindungdamit auch für deren Finanzen, die Steuern und die Accise, dies alleslag ihm näher und war auch -wahrlich genug für das Lebenswerk selbsteines grofsen Herrschers. Den Nachteil indessen, der diesem Ver-waltungszweige immerhin aus der Zurückhaltung des Kurfürsten er-wachsen ist, hat er durch die "Wahl des letzten von den Leitern desKammerwesens unter seinem Regimente vollauf ausgeglichen.

Der Freiherr Dodo zu Inu- und Knyphausen ist wie Waldeckvon fernher berufen und doch fast sogleich mit einem der höchstenÄmter des brandenburgischen Staatsdienstes betraut worden. Es giebtkeinen Zug an Friedrich Wilhelm, der charakteristischer wäre fürseinen weiten Blick, für seine grofsherzige Auffassung von Menschenund Dingen als diese Art, in grofsem Umkreise nach fähigen Männernzu suchen und sie, wenn er sie einmal gefunden und als brauchbarerkannt hat, mit schrankenlosem Vertrauen sogleich an den geeignetenPlatz, und sei es auch den höchsten, zu stellen. Er verfuhr dabei wohlrücksichtslos gegen die älteren von seinen Dienern, die unter ihm graugeworden waren und nun auf einmal einem Neuling gehorchen sollten;aber eben hierin offenbarte sich der freie Sinn des echten Genius:jeder geistigen Potenz, die ihm begegnete, fühlte er sich wahlverwandtund trachtete sie für sich zu gewinnen. Seine Erwartungen sind hinund wieder nicht völlig in Erfüllung gegangen, brauchbare Helfer aberhat er immer in den aus der Ferne Berufenen gefunden. Eine Reiheder talentvollsten Beamten ist aus ihnen hervorgegangen, darunterzwei Genies, zuerst der Graf Waldeck, jetzt der ostfriesische Baron.

Auch er war eines von den zahlreichen Mitgliedern des deutschenhohen Adels, die aus Mangel an zureichendem Besitz fremder HerrenDienste aufsuchen mufsten. Die Seitenlinie des reichsfreiherrlichenHauses, der Dodo von Knyphausen angehörte, hatte es schon seitGenerationen thun müssen: sein Grofsvater Dodo, der noch die gröfsereHälfte des dreifsigjährigen Krieges mit erlebt hatte 1 , war schwedischerGeneralfeldmarschall, und sein Vater, Enno von Knyphausen, in der-selben Armee Oberst gewesen 2 .

1 S. über ihn Sattler, Reichsfreiherr Dodo zu Innhauscn und Knyphausen,Königlich Schwedischer Feldmarschall (1891).

2 Nach einem Stammbaum der Familie in einer Rechtsstreitschrift der Zeit(Ms. Germ. 216 fol. der Kön. Bibliothek zu Berlin) und Notizen in der CollectioGenealogica Koenigiana Bd. 46 (ebenda).