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1 (1895) Die Centralstellen der Kammerverwaltung. Die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark
Entstehung
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16 I. Buch. 1. Kap. Die Geheime Hofkammer und ihre Vorläufer.

Schwerpunkt der Thätigkeit und Verantwortung kaum verrückte,wenn etwa derselbe Geheime Rat in Kleve oder Königsberg imAuftrage des Kurfürsten erst die Sache bearbeitete und dann zurUnterschrift vorlegte. In den laufenden Verwaltungsangelegenheitenwenigstens mochte das Plenum wohl nur selten an der Propositiondes vortragenden Rates ändern 1 .

So war denn in Finanzsachen der Geschäftsgang in Berlin wieauswärts in Wahrheit der, dafs ein für jede einzelne Sache vom Kur-fürsten bestimmter Kommissar diese zu erledigen und zur Unter-schrift vorzubereiten hatte, ein Verhältnis, das am allerdeutlichsteuzum Ausdruck kam in denjenigen allerdings die Ausnahmebildenden Fällen, in denen der Kurfürst auch in Berlin das,Plenum ganz umging und bestimmte wichtige Angelegenheiten ein-zelnen Geheimen Räten übertrug.

Es ist offenbar, dafs dieser Zustand nicht ohne Vorzüge war. Erentsprach vor allem ganz und gar der Individualität FriedrichWilhelms, denn dieser wollte in allen grofsen Dingen die Entschei-dung selbst in der Hand behalten, und so sehr er auch darauf be-dacht war, bei allen irgend wichtigen Angelegenheiten den Ratanderer, ja vieler zu vernehmen, so wollte er doch nicht an dieHilfe bestimmter Persönlichkeiten gebunden sein. Zu einer eigent-lichen Ressortbildung hat er es auf den Gebieten, die ihm am meistenam Herzen lagen, nicht kommen lassen. Die Räte, die ihn aufseinen Reisen in Kleve und Königsberg berieten und also eine be-sondere Vertrauensstellung einnahmen, sind vielfach gewechseltworden, und selbst die Männer, denen er persönlich zugethan warund denen er die schwierigsten Angelegenheiten überliefs, sind mitden mannigfaltigsten Aufträgen betraut und bald beim Kurfürsten,bald auswärts beschäftigt worden.

Ein zweites Moment kam hinzu: dieser Modus eignete sich fürdiplomatische Geschäfte und selbst für die ständischen Verhandlungen,das Hauptobjekt der inneren Politik dieser Regierung, deshalb sehrwohl, weil für sie zu allen Zeiten eine Reihe wenn nicht gleich be-fähigter, so doch gleich geschulter Staatsmänner von vielseitigerdiplomatischer und staatsrechtlicher Erfahrung zur Verfügung standen,darunter fast immer mehrere ausgezeichnete Köpfe. Aber man sieht so-

Vergl. über diesen Punkt Meinardus, Prot. u. Rel. I S. LXXXIV.