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als junger Hauslehrer durch eine Flugschrift seinen Prinzi-pal, den katholischen Universitätsrektor Regenbrecht in Bres-lau zur Lossagung von der deutsch - katholischen Gemeindebestimmt hatte. In Berlin, wo er neben exegetischen Vorle-sungen besonders die systematischen Wissenschaften lehrte,ernannte ihn die theologische Fakultät 1860 bei der fünfzig-jährigen Jubelfeier der Universität in Anerkennung seinerLeistungen zum Doktor der Theologie. Noch in demselbenJahre erschien sein höchst lesenswertes, das Heidentum in-nerhalb des Christentums behandelndes Werk, „Der deutscheVolksaberglaube der Gegenwart“, wodurch er in verdienst-voller Weise der Wissenschaft, dem Staat, der Kirche undSchule die Augen öffnete für eine Nachtseite im deutschenGeistes- und Sittenleben. In Berlin vorbereitet war seinwährend der Wirksamkeit in Halle erschienenes Hauptwerk,„Handbuch der christlichen Sittenlehre,“ welches Hengsten-berg im Besitz jedes Pastors zu sehen wünschte, währendLuthardt von diesem hervorragenden streng wissenschaftlichenBuche urteilte, „es sei die umfassendst angelegte Arbeit imkirchlichen Geiste.“
6. Nitzseh, Niedner, Börner.
Auf der Mittagshöhe seines Ansehens wurde Karl Im-manuel Nitzsch infolge seiner Thätigkeit auf der Ge-neralsynode vom Jahre 1846 als Nachfolger Marheinekesvon Bonn nach Berlin berufen. Trotz der Bedenken desvon der Partei der Evangelischen Kirchenzeitung gegen denVerfasser des als Nitzschenum verspotteten Ordinationsfor-mulares eingenommenen Königs hatte der mit Schleiermachereinst eng befreundete Minister Eichhorn die Berufung durch-gesetzt. Noch in demselben Jahre (1847) wurde der Berufeneerster Inhaber der auf seinen Antrag begründeten Universi-tätspredigerstelle, als welcher er am 19. März 1848, demSonntag nach der Revolutionsnacht, neben Arndt an der Pa-rochialkirche zu den wenigen unter den Berliner Geistlichengehörte, welche ihre Gottesdienste zu halten vermochten undden Mut dazu fanden. In demselben Jahre zum Rektor ge-wählt, wurde er vier Jahre später Mitglied des 1850 einge-setzten Oberkirchenrats, in dem er der drohenden Auflösungder Union vorbeugte, und 1855 Propst an St. Nikolai, ohnedeshalb seine Professur aufzugeben, auf drei Viertel derenGehaltes er freiwillig verzichtete. — Nitzsch ist einer derbedeutendsten Vertreter der an Schleiermacher sich anschlies-senden Vermittelungstheologie, als deren Hauptorgan er nebenden bereits bestehenden, durch seine eifrige Mitarbeit unter-
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