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Die theologische Fakultät der Universität Berlin in Vergangenheit und Gegenwart
Entstehung
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des klassischen Vertreters der äussersten Rechten der Ver-mittelungstheologie, welcher nach mehr denn vierzigjährigerThätigkeit an sechs Universitäten, wovon nahezu zwanzigJahre auf Berlin, als letzten Wirkungskreis, kommen, imSommer 1884 vom Glauben zum Schauen gerufen wurde.Sein universal gerichteter Geist war den Studierenden ver-schiedenster Richtung zugänglich, redete einem Connex dereinzelnen Fakultäten das Wort, fasste die Gründung einerdeutsch-evangelischen Nationalkirche ins Auge, trat warm einfür den Bestand der Union und die Zuziehung der Laien zurkirchlichen Organisation. Weil er so den Wert der Persön-lichkeit überall betonte, brachte er in einer Reihe von Fällenin kirchenregimentlicher Stellung seine Toleranz gegenüberder freisinnigen Theologie zur Geltung. Wie es seiner gan-zen latitudinaristischen Richtung widerstrebte, die Leute nachParteietiketten zu beurteilen, so trug sein lange andauernderEinfluss auf Besetzung wichtiger Stellen, besonders akademi-scher Professuren ein weitherziges Gepräge. Die Revisionder lutherischen Bibelübersetzung, aus der keine Vulgatawerden sollte, lag ihm sehr am Herzen, für die äussere undinnere Mission bethätigte er ein lebhaftes Interesse, an derStiftung des konvertierten Grafen Sedlnitzky, dem Theologen-konvikt Johanneum, dessen langjähriger Ephorus er auchwar, hatte er einen grossen Anteil. Hier insbesondere konnteer ein rechter Vater seiner Studenten sein, dem in äussererund innerer Fürsorge für sie nimmer ermüdete. War ihmdoch, wie Professor Kleinert, der jetzige Stiftsephorus, vonihm rühmte,der Verkehr mit der studentischen Jugend Le-benslust. Jiilicher in Marburg sowie Nowack in Strassburg,welche sich in den achtziger Jahren in Berlin habilitierten,sind auch aus dem Johanneum hervorgegangen. Von Dor-ners zahlreichen Schriften seien nur genannt dieEntwick-lungsgeschichte der Lehre von der Person Christi, ein dog-menhistorisches Meisterwerk, seineGeschichte der prote-stantischen Theologie, in welcher besonders die Reforma-tionstheologie trefflich gezeichnet ist, sowie seinSystem derchristlichen Glaubenslehre, das unter Anerkennung der über-natürlichen Geburt Jesu in eigenartig spekulativer Weise füreine allmähliche, erst mit der leiblichen Auferstehung Jesuvollendete Mitteilung des Logos an den Menschen Jesu ein-tritt.

7. Die jüngste Vergangenheit.

Nach 26jähriger Lehrthätigkeit starb 1886 der ausser-ordentliche Professor Messner, welcher u. a.Die Lehre