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Die theologische Fakultät der Universität Berlin in Vergangenheit und Gegenwart
Entstehung
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jenem war er eins in der Ehrfurcht vor der geschichtlichenPersönlichkeit Jesu Christo, während er seine Orthodoxiefür affektiert hielt und Anstoss nahm an seinem Hochmuthinsichtlich der Alleingültigkeit seines Systems. Mit diesemverband ihn das Streben nach einer festeren und tiefer ge-gründeten Form des kirchliche Lebens, während seine kirchen-politische Wirksamkeit ihm ebensowenig zusagte wie seinstarrer Inspirationsbegriff und sein exclusiver Dogmatismus.

Von Beginn seiner Wirksamkeit bis zu seinem Tode1876 leitete er das neutestamentliche Seminar, dessen Mit-glieder in enge Verbindung zu ihm traten. Hier lernte manCalvin, Beza, Grotius, Cornelius de Lapide als Schrift-erklärer würdigen. Weil er in gewissenhaftester Pflicht-erfüllung an sich selbt die grössten Anforderungen stellte,blieb sein Hauptwerk, die Dogmatik, zwar unvollendet, seinZeitgenosse aber, Generalsuperintendent Dr. Hoffmann, ob-wohl er im Oberkirchenrat nicht mit ihm auf Seiten Sydowsstand, hat darüber geurteilt:Es ist vollendet, obwohl esein Torso blieb, denn als vollendetes hat es gewirkt. Aus-gehend von seinem Lehrer Schleiermacher, dem er in derEinleitung zur Ausgabe seiner philosophischen Ethik sowiemit Erbkam in Königsberg in der Festrede bei der Feier deshundertjährigen Geburtstages ein pietätvolles Denkmal setzte,ist er mehr und mehr zur lutherischsn Kirche übergegangen.Auf der Generalsynode des Jahres 1846 trat er für die Be-kenntnisse ein; seine Stellung zur Union, welche er durchdie apostolische Behandlung der Gegensätze des Urchristen-tums für biblisch begründet hielt, war eine freundliche.Nennt ihn die Nachwelt nicht unter den Bahnbrechern, sohat er doch das Recht, ihre Dankbarkeit und Verehrung zubeanspruchen als einer der bewährtesten Steuermänner inder theologischen Wissenschaft, ja in dem geistigen Lebenseiner Zeit.

Nächst Heinrici, der vor seiner Berufung nach Mar-burg zwei Jahre neben Twesten dozierte, seien als seineSchüler nur genannt de Lagarde, der bekannte biblischeTextkritiker, sowie der schlesische GeneralsuperintendentErdmann, der auch in den fünfziger Jahren drei Jahrelang an der Fakultät habilitiert war.

Genannt seien hier noch wegen ihrer allerdings nur vor-übergehenden Thätigkeit an der Universität, auf der siezur Zeit Twestens ihre akademische Laufbahn begannen,die namhaften Kirchenhistoriker Reuter und W e i n g a r-ten, der lutherische Theologe Kahnis, der alttestament-liche Exeget Schultz. Die letzten drei folgten bald einemRufe nach Breslau. Von dort kam 1854 Wuttlie, derVerfasser derGeschichte des Heidentums, welcher bereits