infolge der Karlsbader Beschlüsse die deutsche Burschen-schaft aufgelöst wurde und unter Leitung der GeheimräteKainptz und Schmaltz eine allgemeine „Demagogenhetze“ be-gann , der auch Ernst Moritz Arndt, damals Professor derGeschichte in Bonn und Gatte von Schleiermachers Halb-schwester Nanna, zum Opfer fiel, da gehörte nebst Niebuhr,Eichhorn u. a. auch Schleiermacher zu den Professoren,welche mit den Studenten auf das schärfste überwacht wur-den. Der erste Ursprung seiner Missliebigkeit geht schonauf die 1815 gegen Schmaltz als unberechtigten Anklägerdes Tugendbundes und des Patrioten Arndt geschriebenePolemik zurück. An einer sarkastischen Ader fehlte esSchleiermacher nicht. Wie er, als Schmaltz von Russlandund Preussen den Adlerorden erhielt, das Bibelwort „Woein Aaas ist, da sammeln sich die Adler“ persiflierend zumgeflügelten Worte stempelte, so schwang er hier, währendseines Rektorats, in seinem Schwager noch persönlich be-leidigt, die Geissei schonungslosen Spottes und freimütigerKritik über den Verleumder, den nebst seinen „Schmaltz-gesellen“ (Kamptz, Kotzebue u. a.) später beim bekanntenWartburgfest (18. Oktbr. 1817) die begeisterte, doch von Ver-blendung nicht freie neugegründete allgemeine deutscheBurschenschaft dem geistigen Feuertode überlieferte, indemsie nach einem von Turnvater Jahn aufgestellten Verzeichnisder Werke der verfehmten „Vaterlandsverräter“ drei seinerSchriften, geschmackvoll „Gänse-, Schweine- und Hunde-schmaltz“ bezeichnet, mit einer Mistgabel auf den Scheiter-haufen warf. Für diese verwegene That und die ihr baldfolgende Ermordung Kotzebues machte man zum Teil inRegierungskreisen auch Schleiermacher mit verantwörtlich. DerKönig fasste Verdacht gegen seine Vorlesungen „über dieLehre vom Staat“, deren Verbot nur durch den einfluss-reichen Minister Altenstein verhindert wurde.
Als aber infolge einer durch den Verkehr mit seinemFreunde und Mieter Schleiermacher beim angesehenen Buch-händler Reimer veranlassten Haussuchung einige aus der Zeitdes Tilsiter Friedens datierte Briefe gefunden wurden, inwelchen von Schleiermacher eine nahende Volkserhebungin Aussicht gestellt war, da genügten diese gegen die fran-zösische Fremdherrschaft gerichteten Worte, um eine längereZeit dauernde polizeiliche Ueberwachung der Kanzel desgrossen Theologen herbeizuführen. Spione zeichneten in blin-dem Unverstand auf, wie er von der Befreiung der geistigenKräfte, welche wir Christo verdanken, predigte, wie die Ge-meinde sang: „Lobsingt! Xun hat Er schon am Holz, einFluch, gehangen.“
Damals war es, wo Schleiemiacher an Twesten schrieb: