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Die theologische Fakultät der Universität Berlin in Vergangenheit und Gegenwart
Entstehung
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nur kurz schildern können, so müssen wir zunächst mit Dor-ner sagen, dass wenigstens unter den namhaftem Theologender ganzen neuern Zeit keiner ist, der ihm nicht wesentlicheFörderung verdankte. Er hat keine Schule gründen wollen,aber der Bahnbrecher der neuern protestantischen Theologieist er gleichwohl geworden, auf allen Gebieten hat er, wieauch die nach seinem Tode herausgegebenen Vorlesungenbezeugen, reformierend gewirkt.Insonderheit hat er dieGlaubenslehre regeneriert durch Herstellung des schriftmäs-sigen und reformatorischen Glaubensprinzips und durch dieLehre von der notwendigen Selbstbeglaubigung der christli-chen Wahrheit durch die fortgehende That des heiligen Gei-stes in dem Bewusstsein. Die Ethik hat er umgeschaffendurch seine Güterlehre und seine Erkenntnis der Bedeutungder Individualität. Für die exegetische Theologie hat er dasBeispiel einer aus dem Glauben stammenden Kritik gegebenund ihr ein neues Leben eingehaucht. (Dorner.) Die prak-tische Theologie ist ihm die Technik zur Erhaltung und Ver-vollkommnung der Kirche. Wie er es ist, der die Idee derKirche zuerst wieder mit Begeisterung betont hat, so weister der praktischen Theologie bereits in seiner 1811 erschie-nenenkurzen Darstellung des theologischen Studiums denEhrenplatz an. Durch seine Vorlesungen hierüber, zerfallendin die Lehre vom Kirchendienst und vom Kirchenregiment,hat er für die streng wissenschaftliche Gestaltung dieserDisciplin erst die Bahn gebrochen. Als Schleiermacherauftrat, fand er den Rationalismus uud den Supernaturalis-mus vor. Indem er beide Richtungen durch Aufstellung einesandern, hühern Religionsbegriffes pi'inzipiell überwand, hater der protestantischen Theologie neue Wege eröffnet. Ihmist die Religion oder christliche Frömmigkeit weder ein Wis-sen noch ein Thun, sondern eine Bestimmtheit des Gefühlsoder des unmittelbaren Selbstbewusstseins, sich äussernd indemschlechthinigen Abhängigkeitsgefühl. War die herrn-hutische Brüdergemeinde mit ihrer Gefühlswärme und Be-geisterung für den Erlöser seineMonika, so wurde für denSohn der reformierten Kirche die Philosophie Platos undKants dieAmme seines Geistes. So nannte sich Schleier-macher gelegeutlicht einenHerrnhuter höherer Ordnung,und mit Bezug auf Jacobis bekanntes Wort, dass er mit demGefühle ein Christ, mit dem Verstände ein Heide sei, schrieber:Ich bin dem Verstände nach ein Philosoph, denn daszu sein ist eine unabhängige Thätigkeit des Verstandes, mitdem Gefühl bin ich ein ganz frommer und zwar ein Christ,und habe das Heidentum ganz ausgezogen oder vielmehr niegehabt. Von diesem Standpunkt aus hat er die Religionaus den Fesseln des Rationalismus befreit und als Mittel-