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12 (1848) [Schl - Zwe]
Entstehung
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Zoll.

gänzlichen Mangel der Leser zu Grunde. Und so wie man schon auf dem karlsbader Eon-gresse klagte, daß in der großen Zahl deutscher Zeitungen keine Vertheidiger des Regie-rungssystems sich finden wollten, so ist es noch. Nur einzelne officielle und halbossicielleund schmeichlerische Stimmen verbinden sich mit der Wahrheitsunterdrückung und Ver-fälschung, um, wenn auch nicht Liebe für die Knechtschaft, doch jene vorher geschildertenverderblichen Wirkungen, um eine unheilvolle Deutschmichelei zu bewirken.

Eine besonders unglückliche, aber unvermeidliche Folge der beleidigenden Bevormun-dung und der trotz aller Künsteleien stets willkürlichen Censurverstümme-lungen ist es, daß bedeutendere Männer die Theilnahme an der politischen Presse ver-schmähen, und daß die wenigen tüchtigen Männer, die dem hochverdienstlichen politischenMärlyrerthume der Aeitungsschriflstellerei sich opfern, ihre besten Mittheilungen sich müs-sen unterdrücken oder verfälschen lassen.

Ueber die unermeßliche Wichtigkeit der Zeitungen und Zeitschriften und der Zei-tungsfreiheit, zumal in unseren Zeiten, handeln übrigens genügend die ArtikelCen-sur",O effent lichk ei t" undPreßfreiheit" und die dortigen Ausführungeninsbesondere für die politische Preßfreiheit. Dort wurde namentlich auch ge-zeigt, daß das ganze repräsentative freie Staarslystem nur allein durch politische Preßfrei-heit möglich wurde. Nur bei ihr kann, ohne die Sklaverei des Alterthums, jeder Bürgeran den öffentlichen Angelegenheiten Theil nehmen, seine Ueberzeugungen durch Wahlen,Petitionen und die öffentliche Meinung geltend machen und zugleich seine besonderen Ge-schäfte besorgen. Diese einzige Art der freien Verfassungen für unsere heutigen großenStaaten ist unmöglich ohne die volle Oeffentlichkeit und ohne die volle Freiheit des öffent-lichen Wortes über das Oeffentliche, ohne freie Zeitungen. Mit ihnen aber nimmt, zu-mal bei unfern heutigen schnellen Verkehrsmitteln, die ganze Nation an ihrem Parla-mente Theil. In dem schnellen Entwickelungsgange der ganzen heutigen Welt wird das-jenige Land unvermeidlich kraftlos Zurückbleiben und die Beute feindlicher Gewalten wer-den, dem der kräftige Lebensstrom freier Wahrheit und gegenseitiger Mittheilung und ei-nes freien Staatslebens unterbunden oder verfälscht wird.

Eine Nation vollends, die durch ihre politische Presse nicht blos politisch so schlechtgebildet, sondern auch so unwürdig und jammervoll repräsentirt vor der Welt dargestelltwird, kann keine geachtete Stellung unter den heutigen Nationen behaupten. Weil Die-ses immer allgemeiner gefühlt wird, und weil überhaupt die Lebenskräfte der deutschen Na-tion Gott Lob die Todeskräfte noch überwiegen, deshalb schlägt auch der Versuch, die Frei-heit der constituti onellen Entwickelung zu hemmen, täglich mehr in sein Gegentheilum: er ruft leider immer mehr dasradicale System hervor.

So ist es, weil zwar unsere censirten Hofzeitungen, unsere Hvfcensoren und unsereMandarine und Hofgelehrten täglich mehr dem Muster von P ekin sich nähern, die deut-sche Nation aber Gott Lob ihrem inneren Kerne nach noch allzu weit von der Erbärmlich-keit des chinesischen Volkes entfernt ist.

Dieses allein sollte wohl genügen, um unsere Cabinetspolitik zu bestimmen, die Ge-fahren des bisher befolgten politischen Systems endlich ernsthaft ins Auge zu fassen. Essollte genügen, selbst wenn nicht di« ganz« bisherige europäische Geschichte uns belehrte,daß in dem Maße, als seit der Entstehung der politischen Tagespresse im 17. Jahrhundertederselben die Freiheit gestattet wurde, die Freiheit und Kraft der Nationen wuchs, wahrendumgekehrt bei der Unterdrückung derselben nicht blos die Nationen ohnmächtig, sondernauch ihre Fürstenhäuser inneren und äußeren Gefahren überliefert wurden.

- C. Welcker.

Zoll bedeutet ursprünglich eine Stätte, wo von den Vorbeifahrenden oder Gehen-den eine Abgabe erhoben wird; dann die Abgabe selbst. Zollstätten wurden angelegt anLand-und Wasserstraßen, an den Thoren der Städte, in den Seehäfen, an den Gränzendes Landes und im Innern. Die Abgabe wurde gelegt auf Personen, Leibzoll, Ju-denzoll auf Handelsgüter, auf Erzeugnisse der Landwirthschaft und der Gewerbe; siewurde gefordert für den Schutz der Reisenden und Waacen, für die Benutzung der Land-und Wasserstraßen, als Steuer vom Handel und Gewerbe, insbesondere von Fremden.