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12 (1848) [Schl - Zwe]
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Taktik und Strategie.

deren Falle. Und endlich muß natürlich auch jedem Abgeordneten stets die Freiheit bleiben,in solchen Fällen, wo er einen Beitritt zu einem Beschluß seiner Partei oder auch die län-gere Theilnahme an ihr wirklich unsittlich, eidwidrig und staatsverderblich halt, nach freiergründlicher gewissenhafter Prüfung sich von derselben loszusagen. Nur möge Jeder >zusehen, daß solche Abfälle wirklich auch genügende und nur edle Beweggründe bestimmen.Ohne daß er Dieses klar machen kann, wird sehr natürlich Mistrauen und Misachtungseine Apostasie treffen. C. Welcker. !

T.

Taktik und Strategie in staatswissenschaftltcher Beziehung. Die

Staaten sind Organismen, und im Kriege sind die Armeen die Organe, wodurch sie gegeneinander wirken. Der Zweck des Kriegs ist die Vernichtung des feindlichen Kriegsmittelsdurch den Angriff, bei Erhaltung des eigenen durch die Vertheidigung- DieKriegskunst begreift also den unmittelbaren Vernichtungsact,.oder die Kunst desSchlagens (Taktik), so wie den mittelbaren Vernichtungsact, oder die Kunst, unsereMaßregeln in der Art zu nehmen, daß wir in steter Verbindung mit den eigenen Ersatz-quellen bleiben, während das gegnerische Heer der seinigen beraubt wird (Strategie). Dasbloße taktische Zurückwerfen des Feindes auf seine Ersatzquellen ist noch keine Lähmungseiner Kraft in dem Maße, daß sich derselbe unseren Bedingungen unterwerfen müßte,und die blos strategisch günstige Stellung, in der wir den Feind von seinen Ersatzquellen fabschneiden, ohne die eigenen bloszugeben,- verliert ihren Werth, sobald wir nicht auchtaktisch, im unmittelbaren Zusammenstöße, diese Stellung behaupten und benutzen kön-nen. Es giebt also so wenig eine Strategie als eine Taktik für sich, sondern Angriffund Vertheidigung haben stets eine strategische und taktische Beziehung.

Diejenigen Orte, wo oder von wo unsere Armee sich verstärken kann, also nament-lich Festungen mit Magazinen für Kriegsbedürfnisse und mit Recrutendepots, aber auchfreundliche Armeecorps, heißen unsere Subjecte; die Linie, welche die Subjecte ver-bindet, dieOperation sb asis; die Straßen und Wege von der Armee zu ihren Sub-jekten die Communicationen. Objecte dagegen sind diejenigen Punkte, wohinsich unsere Armee bewegt, und Operationslinien (Bewequngslinien) die Straßenund Wege, auf welchen diese Bewegung vor sich geht. Unbedingt findet eine strategischeSicherheit nur Statt, wenn unserer Armee bei allen Operationen ein Subject gerade imRücken liegt; sie nimmt also ab, je mehr sie sich von ihrer ursprünglichen Basis entfernt,weshalb bei weiterem Vordringen eine neue Operationsbasis gegründet oder auch die ur-sprüngliche erweitert werden muß. Die Gründung einer neuen Basis, wodurch unserHeer mit neuen Subjekten in nahe Verbindung gebracht wird, bietet der Natur der Sachenach größere Vortheile dar. Die strategische Sicherheit und größere Freiheit in unserenOperationen ist auch durch die Zahl der Subjecte bedingt, und es ist daher gefährlich, nurein einziges Subject zu haben. Doch vermindert sich die Gefahr durch die taktische Ueber- ^

legenheit unseres Heeres; durch die geistige und moralische unseres Feldherrn; durch diegrößere Beweglichkeit unserer Armee und durch ihre Gewöhnung an schnell herzustellendeFeldfortification, wodurch neue Subjecte gleichsam improvisirt werden; durch unser Ueber-gewicht an Cavallerie und reitender Artillerie aus einem für die Bewegung und Wirkungdieser Specialwaffen günstigen Terrain.

In strategischer Beziehung wird ein Sieg errungen, wenn wir in taktischer Stärke,also mit hinreichenden Mitteln, zu einer siegreichen Schlacht zwischen die feindliche Armeeund ihre Subjecte gehen, ohne dabei unsere Communicationen zu verlieren. Die Opera-tionen zu diesem Zwecke sind das strategische einfache Umgehen eines feind-