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12 (1848) [Schl - Zwe]
Entstehung
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622
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822 Universität««.

renden und Lernenden, in welchen der Einzelne zur Wissenschaft herangebildet werdensoll, damit er dann seinerseits die Wissenschaft auch selbst weiter bilde, finden sich dagegennur bei den edleren Völkern, bei denen einerseits eine vorzügliche Energie der geistigenKraft und ein lebendigeres Interesse an dem höheren oder idealen Leben Grunbzug desVolksthums ist und bei welchen andererseits auch die übrigen Verhältnisse des Lebens,besonders die politischen und religiösen, der Grundbedingung aller Wissenschaft, nehmlichder Freiheit der Forschung und der Mittheilung ihrer Resultate, nicht hemmendin den Weg treten. Aus diesem Grunde führt uns die Geschichte fast aller Wissenschaftenim eigentlichen Sinne auf das edle Volk der Hellenen zurück, nicht aber auf die weitfrüher gebildeten Nationen der Aegypter, Chinesen, Hindus u. s. w, von denen dieGriechen allerdings die Elemente ihrer Bildung erhielten, die sie aber durchaus selbst-ständig und zu eigentlichen Wissenschaften verarbeiteten. Der Grund, warumbei den Griechen allein eigentliche Wissenschaft sich findet, ist außer der glücklichennatürlichen und geistigen Begabung dieser Nation vorzüglich in ihrer freien Staats -verfassung (in der republikanischen Form ihrer meisten Staaten und in der Beschrän-kung des Königthums in den übrigen), ganz besonders aber in dem Umstande zu suchen,daß es bei ihnen keine Priesterkaste gab. Demgemäß entstanden dort, im Gegen-sätze gegen die Priesterschulen, wie sich deren im alten Aegypten, Indien, Persien u. s. w.finden, in welchen allerlei Kenntnisse gelehrt und gelernt wurden, eigentlicheGelehrtenschulen für die Wissenschaft, welche letztere sich in dem kurzen Zeit-räume von noch nicht drei Jahrhunderten (von Solon bis Alexander dem Großen) zu einervon keinem der alten Völker erreichten Höhe erhob. Bei den Griechen finden wir zunächstebenfalls niedere Schulen, in denen außer dem Lesen, Schreiben und Rechnen dieKunde der Dicht- und Tonkunst und die Gymnastik (von den Grammatisten, Kitharistenund Padolriben) gelehrt ward, welche keiner Priesterzunft unterworfen waren, übrigensaber unter einer strengen Aufsicht des Staates standen, von welchem die Lehrer gewählt,obwohl von den Eltern bezahlt wurden. Sodann aber bildeten sich bereits zur Zeit desSolon, der durch seine Gesetzgebung die Geistesfreiheit vorzüglich begünstigte unddauerhaft machte, jene berühmten ältesten Weisheits- oder Philosophenschulen, in denenMänner aus eigenem Antriebe als Lehrer auftralen, welche, mit hervorstechendenAnlagen des Geistes und Herzens eine erprobte Weltklugheit und alles damalige Wissenin sich vereinigend, in freier Wahrheitsforschung das Räthsel des Daseins der Dingeund der Bestimmung des Menschen durch selbstständiges Denken zu ergründen sich zumLebensberufe gemacht hatten und die Resultate ihrer Forschungen den Wißbegierigen,die sich ebenfalls aus freiem Antriebe um sie gesammelt, meist in lakonischen, oft paradoxerscheinenden Aussprüchen (Gnomen) mittheilten. Es genügt, hier an die NamenThales, AnaxagoraS, Heraklit und Pythagoras u. s. w. zu erinnern, vondenen besonders der Letztgenannte durch die organische Abgeschlossenheit und den politisch-ethischen Zweck seiner Schule eben so sehr als durch die achte Wissenschaftlichkeit undUniversalität seiner Lehre merkwürdig ist. Noch größern Einfluß hatte, wie allbekannt,Sokrates, besonders durch seine Schüler. In Athen, dem Mittelpunkte hellenischerBildung und dem Hauptsitze der ersten hohen Schulen, lehrte Platon, und es istbekannt, daß von dem Orte, wo er seine Vorträge hielt (einem vom Bürger Akademusdem Staate geschenkten Landgute nebst Lusthain), der Name Akademie seinen Ur-sprung bekam; so wie das Wort Ly räum von dem Orte, wo sein großer SchülerAristotelesdie Gesammtheit der damals bekannten Wissenschaften in gleichlebendigem Zusammenhänge des Ganzen und in harmonischer Entwickelung der einzelnenauf eine Weise lehrte, wie wohl auf keiner unserer Universitäten gelehrt worden ist".Gleichergestalt hatten die anderen Schulen des Epikur, der Stoiker rc. dort ihren Sitz.Diese Philosophen- und (später sogenannten) Svphistenschulen erhielten sich übrigensnicht nur nach dem Verfalle der Literatur und ganz Griechenlands nach seiner Unterwer-fung unter die Römer, sondern es blieb auch Athen noch Jahrhunderte lang die berühm-teste hohe Schule für die ganz« damalige Welt, auf welcher auch die großen Römer derletzten republikanischen Zeit, ein Cicero und Cäsar, Cato und Brutus, ihr« Bildung