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Türket.
platz für alle Waaren aus Tokat und der reichen Provinz Dschanik ist. Wafra, Unia,Tireboti und Kerassont gewahren gar keinen Schutz gegen Stürme und Wogen; hinterdem Cap Wona und in Platana sind die Schiffe mehr gesichert; in Trapezunt selbst aberlegen die Fahrzeuge nur gewöhnlich im Sommer an; im Winter gehen sie nach Platana.Treffliche Häfen geben dievielen Einschnitte, welche das Marmorameerund derArchipelagusbilden. Die türkische Handelsflotte ist ziemlich zahlreich; doch erlaubt die schlechte Bauartder Schiffe den überdies unkundigen Schiffern selten, sich in das offene Meer zu wagen,und die Küstenschifffahrt hat durch die Dampfschiffe einen bedeutenden Stoß erhalten. —Hinsichtlich des Ausfuhrhandels können die Provinzen der Türkei auf folgendeWeise eingelheilt werden: Rumelien und Bulgarien theilen ihren Ueberfluß zwischen Con-stantinvpel und Salonich, welchem letzteren Platze vorzugsweise die Ausfuhren von Make-donien und Thessalien zufallen; Albaniens Häfen sind Skutari und Durazzo; derMoldau: Galacz; der Walachei: Braila; Damask und Beirut sind die StapelplätzeSyriens; der südliche Theil Anatoliens hängt von Smyrna ab. Asium, Kara-Hissar,Brussa, Angora senden ihre Erzeugnisse nach Constantinopel; Amasia, Tokat, Diar-bekic nach Samsun, Kars, Bajastd, Wan, Musch, Mardge und Gümüsch-Hane'hhaben keinen Abfluß als nach Trapezunt. — Der Handel Europas mit der Türkei befindetsich in den Händen von Europäern, von Griechen, besonders aus Ehios, und von einigentürkischen Unterthanen, namentlich Armeniern und Griechen, welche erstere eine Handels-classe, Becatli genannt, bilden und für eine gewisse Abgabe derselben Handelsbegünsti-gungen genießen wie die ausländischen Kaufleute. Die Bankiers und Sarafe, meistArmenier, bilden eine andere Handelsclasse, in deren Händen sich die größten Reich-thümer befinden und die besonders dadurch einflußreich ist, daß sie den Provinzialbe-sehlshabern (eine Würde, welche sonst häufig von der Regierung an den Meistbietendenertheilt wurde) einen Theil des Kaufschillings vorschießen und für dieZahlung des UebrigenSicherheit leisten. In Constantinopel und Smyrna ist der Handel auf europäischem fFuße eingerichtet; alle Geschäfte werden durch Mäkler (in Constantinopel meist Juden)betrieben, deren jeder einen besondern Handelszweig hat. Die mehrsten Wechselgeschäftemacht man über Wien, welches mit Constantinopel eine Landpostverbindung hat; mitden anderen großen Häfen aber (Smyrna, Odessa, Galacz, Trapezunt, Triest) wird derPostverkehr durch Dampfschifffahrt unterhalten. Der Binnenhandel in der Türkei istgänzlich in den Händen von Griechen und Armeniern. Die Türken nehmen wenig Theildaran. Um die Erzeugnisse eines Ortes einzukaufen, ziehen die Händler mit den daselbstbegehrten Waaren als Tauschmittel dorthin, und an vielen Orten wird Dies durch regel-mäßige Märkte erleichtert. Die Formen des Verkehrs sind hiernach noch in der Kindheit,allein auch diese Bewegung desselben wird durch das Monopolwesen beschränkt, welchesgerade in den reichsten und bevölkertsten Provinzen des Reichs am Meisten ausgebildet ist.
Der Producent kann daselbst nicht an wen er will verkaufen, sondern muß seine Produktean die Beamten des Großherrn zu einem bestimmten Preise abgeben. Von den Ankäuferndieser Products wird oft U durch die Beamten als Vorschuß gefordert und muß von demAnkäufer bezahlt werden. Es ist dies jedoch nie ein Kauf für eine schon existirende Waare,sondern nur ein Contract für eine zukünftige Lieferung. — Alle christlichen Fremden, diesich in der Levante aufhalten, heißen Franken, eben so wohl als ihre legitimen Nach-kommen, in sofern sie nicht mit Rajas erzeugt sind. Keiner von ihnen steht untertürkischer Botmäßigkeit, sondern nur unter der seines eigenen Vaterlands, das durch k
seinen in Pera residirenden Gesandten vertreten wird. Ein jeder Franke meldet sich beiseiner Ankunft bei der Kanzlei seines Gesandten und steht sofort unter dessen Schutz undGerichtsbarkeit. Die Franken bleiben auch alle Generationen hindurch Unterthanen ihresFürsten und werden auch in Pera nach ihrem verschiedenartigen Vaterlande namentlichund bleibend unterschieden.
In politischer Hinsicht zerfallen die unmittelbaren Besitzungen des türkischenReichs in Europa und Asten in Ejalets, deren kleinere Unterablheilungen Livas oder *Sandschaks heißen. Von ersteren kommen auf die europäischen Besitzungen, außer denbeiden Hauptstädten Constantinopel und Adrianopel, fünf, auf die asiatischen achtzehn.