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Türket.
hoben wurde, hielt ihn davon zurück; er sah sich genöthigt, seine Kräfte gegen Un-garn zu verwenden, dessen Eroberung er bis zum Jahre 1541 fast vollendete. Imfolgenden Jahre kam ein Bündniß zwischen Frankreich und der Türkei zu Stande,in Folge dessen von den Türken die Küsten Siciliens und Italiens geplündert wur-deniund eine gemeinschaftliche Belagerung Nizzas unternommen wurde. Daraufrüstete man sich in Deutschland zu einem vergeblichen Kreuzzuge gegen Soliman.Der Kurfürst Joachim von Brandenburg commandirte die Reichsarmee. Die letz-ten Versuche Soliman's, seine Herrschaft zu erweitern, waren nicht so glücklich wiedie früheren. So scheiterte sein Plan, Malta zu erobern, nach fünfmonatlicher Be-lagerung an der Tapferkeit der Johanniter, und das vom Grafen Czriny vertheidigteSigeth kostete ihm große Opfer. Auch erlebte er den Fall dieser Festung nicht mehr; denndrei Tage zuvor starb ec (1566, am 4. Sept.). Mit ihm stand die Macht des osmani-schen Reichs auf dem höchsten Gipfel; seitdem sing sie an zu sinken, wenngleich nochbisweilen äußere Erfolge den Glanz und Ruhm früherer Zeiten zu erhalten schienen. Diesmag auch der ein Jahrhundert später lebende Großvezir Mustafa Kiuperly eingesehenhaben, indem man erzählt, daß er häufig geklagt habe: „seit Soliman seien alle Sultaneohne Ausnahme entweder Narren oder Tyrannen gewesen; für das Reich gebe es keineHilfe, wenn man nicht von diesem verwahrlosten Geschlechts lasse". — Es ist daher wohlkaum nöthig, daß wir hier die Namen solcher Herrscher wie Selim ll., Murad lll., Muha-med Hl. und Andere aufführen. Die Seeschlacht bei Lepanto (1571), in welcher dieTürken die vollkommenste Niederlage erlitten hatten, vernichtete zuerst die Furcht der Abend-länder vor den Türken. Wäre dieser Sieg klug und kräftig benutzt worden, so hätte viel-leicht die Eroberung Constantinopels sein Lohn sein können. Noch einmal jagten die Tür-ken den Abendländern Schrecken ein, als sie, geführt von dem Großvezir Kara Mustafa,sich vor Wien lagerten (14. Juli 1683). In dieser dringenden Gefahr erhob sich Deutsch-land, und an der Spitze von deutschen und polnischen Kämpfern wendete der PolenkönigJohann Sobiesky die Gefahren der Barbarei des Ostens ab. Die darauf folgendenSchlachten führten zu dem Frieden von Carlowitz (1699, 26. Januar), in welchem diePforte zum ersten Male bedeutende Besitzungen abtreten mußte. Seit diesem Momentegerieth das Reich der Osmanen immer tiefer in kriegerische Berührung und diplomatischeVerwickelung mit Rußland und Oesterreich, welche beide Staaten als Nachbarn der Pforteso lange an der Schwächung derselben arbeiteten, bis die Politik gebot, den unschädlichenNachbar nicht ganz zu vernichten. Der Sultan Achmed Hl., welcher mit dem Anfängedes vorigen Jahrhunderts (1702) zur Herrschaft gelangte, machte bedeutende Anstren-gungen, die Macht der türkischen Herrschaft wieder zu Ansehen zu bringen. Er nahmden Venetianern viele Besitzungen ab und schloß mit Oesterreich und Rußland, trotz derSiege des Prinzen Eugen, den nicht ganz ungünstigen Frieden zu Passarowitz (1718).Er wurde durch eine Empörung der Janitscharen gestürzt. Die Ausschweifung dieserSoldateska in Verbindung mit den unaufhörlichen Jntriguen des Serails sind die äußernSymptome des Verfalls, keineswegs aber die eigentlichen Ursachen; denn diese liegenüberhaupt in dem gesammten Wesen dieser Herrschaft, wie wir sie später Nachweisen wer-den. Die russische Macht wurde den Türken immer gefährlicher.
Seitdem Peter die russische Politik auf die Eroberung der Gestade des schwarzenMeeres gelenkt hatte, wurde von den Russen eine Stadt nach der andern, eine Provinznach der andern von dem türkischen Reiche abgerissen. So folgten die Verluste von Asow,Oczakow, Kinburn. Unter Mustafa Hl. mußte die Krimm, Moldau und Walachei anRußland abgetreten werden. Glücklicher war die Pforte gegen Oesterreich im Frieden zuBelgrad (1739), wo sie Serbien.mit Belgrad, die österreichische Walachei und einenTheil Bosniens zurückerhielt. Gegen die immer sichtbarer werdende Schwäche des türki-schen Reichs suchte der Sultan Selim Hl. manche ganz gut gemeinte Maßregeln zu tref-fen , aber diese konnten die Verluste nach Außen und die Verwilderung im Innern nichtaufhalten noch dämpfen. Schon der Friede mit Rußland zu Kudschuk-Kainardschi(21. Juli 1774) hatte dieser Macht freie Schifffahrt auf dem schwarzen Meere, mehrereFestungen und Ländereien am schwarzen Meere eingeräumt und überliefert. Die russische
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