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12 (1848) [Schl - Zwe]
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Türkei.

übrig blieb und seine Residenz zu Adrianopel nahm. Er starb 1421. Nach ihm regierteAmurad 11., sein Sohn, dreißig Jahre mit Einsicht und kriegerischem Muthe. Schon1422 wurde Eonstantinopel von ihm belagert, bald darauf Theffalonice erobert, der grie-chische Kaiser zinsbar gemacht (1429), der Krieg mit Ungarn begonnen und Belgrad an-gegriffen. Murad, der Regierungsgeschäfte überdrüssig, überließ (1443) seinem SohneMuhamed die Herrschaft und zog sich nach Magnesia zurück; aber schon im folgendenJahre erschien er an der Spitze des Heeres, um den heranziehenden jungen König Wla-dislaw von Polen und Ungarn bei Varna anzugreifen und gänzlich zu besiegen (am lO.Nov. 1444). Amurad legte die Regierung abermals nieder, aber ein Aufstand der Janit-scharen zog ihn wieder aus seiner Einsamkeit hervor (1446). Den Fortschritten derUngarn unter Hunnyades stellte sich Amurad in der Schlacht bei Kossova (1449) ent-gegen, in welcher er nach dreitägigem Kampfe einen entscheidenden Sieg davon trug.Zwei Jahre daraus starb er. Muhamed 11. benutzte die Schwäche des byzantinischenReichs zur Erstürmung von Eonstantinopel; am 6. April 1453 war die Belagerung er-öffnet und am 29. Mai befand sich die Stadt in der Gewalt der Türken. Muhamedkehrte zunächst nach Adrianopel zurück, wohin christliche Fürsten Abgeordnete geschickthatten, um sich seiner Gunst zu versichern. Auf die Eroberung Constantinopels folgtedie Unterwerfung des Archipelagus, die vergebliche Belagerung Belgrads (1455), dieEroberung Moreas, der Walachei, Bosniens. Der Tod Scanderbeg's (1466) befreitedie Türken von einem gefährlichen Feinde. Gewiß ist, daß Muhamed die Absicht hegte,Italien zu erobern und den Schrecken seines Namens noch weiter über das Abendland zuverbreiten, denn schon war Otranto von den Türken besetzt (1480) und kein europäischerFürst hatte die Kraft und den Muth, sich ihm mit Aussicht auf Erfolg entgegenzustellen,als Muhamed durch einen Aufruhr mehrerer asiatischen Vasallen und den Eroberungszugdes Turkomannen Usum Hassan nach dem Osten seines Reiches berufen wurde- Aufdiesem Zuge starb ec (1481), 51 Jahre alt, für sich selbst noch die Grabschrift anordneninIch war im Begriffe, Rhodus und das stolze Italien zu erobern." Man hat in Mu-hamed nur den grausamen Eroberer und treulosen Barbaren erblicken wollen; aber dieGrundsätze und Sitten der christlichen Fürsten seiner Zeit mochten wohl nicht geeignetsein, ihm einen erhabenen Begriff von ihrer Tugend beizubringen, und er konnte alsoseine Treulosigkeit, wo es auf seinen Staatsvortheil ankam, eben so gut mit ihren Bei-spielen rechtfertigen.

Als Muhamed starb, war sein Sohn und Nachfolger Bajazeth II. gerade auf einerWallfahrt nach Mekka begriffen, die er als Statthalter von Amasia that. Er regiertebis 1512, ohne den Christen große Gefahren zu bereiten; nur den Venetianern nahm erin Griechenland mehrere Plätze ab. Er mußte den Thron an seinen Sohn Selim l.abtreten, der nach der Ermordung seiner Brüder mehrere glückliche Kriege führte, indemer (1517) Armenien, Syrien und Aegypten sich unterwarf. Er erklärte sich durch An-nahme der Fahne Muhamed's zu dessen Nachfolger und gewann dadurch die Anerkennungder muhamedanischen Welt. Seine Sorgfalt, über alle Dinge Nachrichten sich zu ver-schaffen, was er die Seele der Regierung nannte, ging so weit, daß er sowohl in denRathsversammlungen seiner Feinde wie in den Schlafzimmern seiner Großen Spionehatte; und es war unter seiner Herrschaft die gewöhnliche Rede, der Sultan werde mor-gen wissen, was des Nachts zwischen Mann und Frau vorgegangen sei- Als Selim 1519gestorben war, folgte ihm sein Sohn Soliman II., den man mit Recht als den Größtenunter den türkischen Herrschern bezeichnet hat. Von seinemBuche der Regel" oder einerArt bürgerlicher Gesetzgebung ist er der Anordner oder Gesetzgeber (Kamuni) beigenanntworden. Seine Regierung begann er mit der Eroberung von Belgrad und Rhodus(1522), gewann durch die mörderische Schlacht bei Mohacz (1526) fast ganz Ungarn,dämpfte einen Aufstand in Kleinasien und belagerte (1529), obwohl vergeblich, Wien.Seine Seeexpeditionen auf dem mittelländischen Meere leiteten die beiden Brüder Hai-raddin und Horuk, von denen Jener als Kapudan Pascha oder türkischer Großadmiral an-zuführen ist. Soliman war auf Anstifter, des französischen Gesandten de Forest entschlos-sen, Italien anzugreifen; aber die vergebliche Belagerung von Corfu, die 1537 aufge-