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12 (1848) [Schl - Zwe]
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592
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592 Türkei.

Übersichten sich schon in mehreren Artikeln befinden (s. z. B. die Artikel: Aegyp- ^ten, Afrika, Albanien, Arabien, Asien, Barbaresken, Bessarabien, lGriechenland, Moldau und Walachei), welche zugleich nebst anderen (wieAdrianopel, Koran" rc.) dazu dienen können, die gedrängte Darstellung dieses !Artikels zu rechtfertigen.

Las tückische Reich liegt zwischen 34" SO' und 48*> 19' N. B. und 33° 31' bis4?o 20' O. L. Seine äußersten Granzen bilden das adriatische Meer, der österreichisch« §Kaiserstaat, das russische Reich, Persien, Arabien, das rothe Meer. In dieser Umgrän- jzung enthält es auf mehr als 30,000 l^Meilen Areal einige 20 Millionen Einwohner,und zwar umfaßtes die Länder der Hamushalbinsel, mit Ausschluß der oben ange-führten, den größten Theil der Inseln im ageischen Meere, Kleinasten, einen Theil Arme-niens, Mesopotamien und Syrien. Die Gesammtgröße der Türkei in Europa ist etwa12,210 lüMeilen, wovon auf die unmittelbaren Besitzungen 9820, auf die Moldau S70,Walachei 1120, Serbien 700 zu rechnen sind. Der nördliche Theil der Hämushalbinselist, mit Ausnahme des Thals der untern Donau, ein gebirgiges, dicht zusammenge-drängtes Bergland. Eine Centralgebirgskette zieht in loser Verbindung mit den östlichenAlpenverzweigungen am rechten Ufer der Morawa bis zum schwarzen Meere südöstlich hinund scheidet Bosnien, Bulgarien, Serbien von Albanien, Makedonien und Rumelim.Haupttheile dieser Centralkette sind: der Tschardagh, Despotodagh, Balkan und Hämus,die zahlreichen Gebirgsketten Bosniens, das Bora-, Mezzovo- und Agraphagebirg«(Pindus). Nördlich vom Mittlern Theile der Centralkette liegen die Gruppen des Kopa-nik und der Plotschaberge, östlich dann eine fernere Kette, die dritte westlich in Serbienan der Dvina. Zwischen allen diesen Gebirgsketten werden Thäler von zuweilen ansehn-licher Größe durch die herabströmenden Flüsse gebildet, wie z. B. durch die Morawa inSerbien, die Maritza in Rumelien, den Karasu und Barbar in Makedonien, den JndscheKarasu und Salambria in Thessalien. Auf der Westseite sind zu erwähnen die Narenta,der Drin und die Vojuzza, welche in das adriatische Meer münden. Canäle giebt es aufder Halbinsel im Gebiete der Türkei keine, und unter den Seen sind nur der Ramsin süd-lich von den Donaumündungen, die Seen von Skutari, Ochrida und Janina in Albanien,von Kadaka, Tenidsche und Betschik in Makedonien von weniger Bedeutung. DasKlima der europäischen Türkei ist im Ganzen mild und gesund, jedoch der vielen Gebirgeund der Meeresnähe wegen in manchen Theilen schnellem Wechsel unterworfen; imNorden der Centralkette kommt schon ernstlicher Wintersrvst vor, im Süden dagegen,namentlich in den Thälern, welche von der Seeluft nicht erreicht werden, oft drückend«Wärme; die Inseln haben fast ohne Ausnahme sehr günstige klimatische Verhältnisse.

Auf der Insel Candia ist die Jahrestemperatur -ft 14,5 R., Sommertemperatur -ft 20,5,Wintertemperatur >ft 1t)0; Constantinopel dagegen hat (unter dem Einflüsse der N-O--und Ostwinds), obgleich mit Neapel unter gleicher Brette, weder Orangen noch Oliven.

Die Küsten des Marmorameeres und des Archipels sind sehr fruchtbar; Thessaliens Ebenenwürden bei sorgfältiger Cultur ungleich lohnender sein, wogegen in andern Theilen derHalbinsel die Viehzucht einer viel größeren Ausdehnung fähig wäre. Die außer-europäischen Besitzungen der Türkei umfassen in Asien etwa 20,634 OMei-len (wovon 420 auf die Inseln) mit ungefähr 10 Millionen Einwohnern. Von dem er-wähnten Flächenraume kommt wieder etwa die Hälfte auf Kleinasien (Natolien), das ost-wärts durch die hohen Ketten Armeniens und des Taurus begränzt wird. Hier sind esviele Gebirgszüge, die Zusammentreffen und als mildes Bergland die östliche Hälfte derHalbinsel füllen, aus denen sich der Ardschisch (Argäos) am ober« Kisil Jrmak (Halys)vielleicht zu 10,000' Höhe erhebt. In der Milte Kleinasiens breitet sich eine Hocheben«von 23000'Höhe aus, die in Terrassen zu den Küsten abstürzt. Gegen W. senkt sichdiese Hochebene allmälig hinab zum griechischen Jnselmeere und bildet hier die schönstenSenkungen und Landschaften, die nur mit den glücklichsten Erdstrichen verglichen werdenkönnen; so die Ebenen von Bithynien, Troja, Aevlien, Jvnien, Dorien; die Ebene desMinder (Mäander), an deren Nordende Smyrna liegt. Eine entgegengesetzte Beschaf-fenheit hat der Nord- und Südabfall, wo die Taurusketten plötzlich abstürzen und die