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12 (1848) [Schl - Zwe]
Entstehung
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Technologie. 547

Grundsätze der allgemeinen Oekonomie in sich begreift, inwiefern auf denselben die ver-schiedenen Kunstgewerbe nach ihrer Entstehung, Benutzung, Unterhaltung und Verbesse-rung beruhen. Diese letztere ist vornehmlich in den Schriften von Hermbstädt, Tromms-dorf und Poppe, die elfteren in demneuen Schauplatz der Künste und Handwerke"(Ilmenau, bis 1827 an 28 Bande) behandelt worden. In beiden Beziehungen sindwichtig:Geometrie und Mechanik der schönen Künste und Handwerke",Prechtl'stechnologische Encyklopädie" und dieAbhandlungen der königlich preußischen technischenDeputation für Gewerbe" (Berlin, 1826).

Nicht lange, nachdem der Sinn für die Technologie im Allgemeinen wiederum er-weckt und angereizt war, entstand auch zunächst in Frankreich die Lust zu praktischer An-wendung derselben, also zu polytechnischen Schulen, dem späterhin andere Staaten folg-ten. Die erste Anstalt dieser Art war die berühmte polytechnische Schule zu Paris. Sieist indessen mehr als eine Vorbereitung auf Specialanstalten denn als eine eigentlich ge-werbliche Hochschule zu betrachten. Sw wurde unter Mitwirkung Mange's und Four-croy's im Jahre 1794 unter dem Namenecoie centrale eles travsux public«^ gestiftetund erhielt erst im Jahre 1795 den Namen polytechnische Schule. Seitdem hat sie zwarihren Namen behalten, aber doch manche äußere Umgestaltungen in Betreff der Disciplinerfahren. Ihre Zöglinge bereiten sich in gewöhnlichen Mittelschulen vor und werden nichtvor dem 16. und nicht nach dem 21. Jahre, sondern in der Regel mit 18 Jahren in diepolytechnische Schule ausgenommen. Die Zahl der Zöglinge wird nach dem Bedürfnissedes Staatsdienstes beschränkt, und die Aufnahme erfolgt nach dem Ergebnisse der in dengrößeren Städten Frankreichs erfolgten Prüfungen der Aspiranten. Die Anzahl derFreistellen ist sehr gering, und die übrigen Zöglinge müssen jährlich 1000 Fr. entrichtenund überdies die Kosten ihrer Ausrüstung mit 750 Fr. bestreiten. Sie leben in derSchule unter militärischer Disciplin und mußten im Jahr« 1814 Paris mit vertheidigenhelfen. Au ihrem Unterrichte sind 9 Professoren, 6 andere Lehrer und eine Anzahl vonRepetenten für einen zweijährigen Curs bestimmt. Die Gegenstände des Unterrichts bil-den die Analysis und ihre Anwendung auf Geometrie, Mechanik, darstellende Geometrie,Geodäsie, Maschinenlehre, politische Arithmetik, Physik, Chemie, Baukunst, englische,deutsche und französische Sprache und Zeichnen. Nach ihrem Abgänge von der polytech-nischen Schule treten die Zöglinge entweder als Unterlieutenants bei der Armee ein, odersie gehen in die geographische Abtheilung der Schule für Generalstabsofficiere zu Paris,oder in die Artillerie- und Ingenieurschule zu Metz, oder in die ecole specisis clu geoiemaritime ou <1es Ingenieurs constructeurs zu Brest, oder in die für den Straßen - undBrückenbau zu Paris, oder in die für das Bergwesen eben daselbst über. Man sieht also,daß diese Schule noch lange keine eigentliche polytechnische Hochschule ist.

In England hat man auch in Bezug auf Gewerbsbildung mehr dem Privateifer undder natürlichen Anlage des Volks für die Technik vertraut. Mathematik wird dort inallen Schulen viel getrieben, und der gemeinnützige Sinn hat in London und an mehrerenanderen Orten unentgeltlichen Unterricht zur Nachhilfe der Erwachsenen eingerichtet. FürBildung von Civilingenieurs aber bestehen besondere Staatsanstalten.

In Deutschland gingen die böhmischen Stände voran, welche im Jahre 1806 zuPrag einetechnische Schule" stifteten. Sie ist vorzugsweise auf Bildung tüchtigerWirthschafts-und Fabrikbeamten berechnet und giebt Zöglingen vom 14. bis mit 17.Jahre einen dreijährigen Unterricht in der reinen Mathematik, in der Mechanik und Ma-schinenlehre, in der Civil-, Straßen- und Wasserbaukunst und im Zeichnen. Auch wirdauf Verlangen theoretische und praktische Chemie, Physik, Mineralogie, Land- und Forst-wirthschaft vorgetragsn.

Das ausgezeichnete polytechnische Institut zu Wien wurde im Jahre 1815 begrün-det. Es zerfällt in die Vorbereitungsanstalt, welche Zöglinge aufnimmt, die das 13.Jahr erfüllt haben, und sie in einem zweijährigen Curse in der Religion, in der deutschenSprache und dem deutschen Stile, in der Kalligraphie, in der Elementarmathematik, inder Geschichte, im Zeichnen und in einigen Sprachen unterrichtet; in die commercielleAbtheilung, welche in einem einjährigen Cursus Geschäfts- und Correspondenzstil,

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