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12 (1848) [Schl - Zwe]
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536
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536 Systematische Opposition.

sen, daß er kein eigentlicher Eigenname war, sondern eine sprachliche Bedeutung hatte,welche eine Vereinigung, eine Eidgenossenschaft bezeichnet, so daß es sehr fehlgeschossensein würde, wenn man jedes Volk, welches spater ihn führte, für Nachkommen der altenSueven halten wollte. Doch ist es möglich, daß die treuere Erinnerung der Naturvölker,welche nach vierhundert Jahren das weströmische Kaiserthum wieder aufleben ließ, dieSueven an der Donau wie in Spanien und im heutigen Schwaben an ihre Abstam-mung von dem großartigsten Staatsverbande der deutschen Urwelt gemahnt habe.

Rom hatte durch Staatskunst das Reich der Markomannen von sich abhängig ge-macht, und es blieb so ein Jahrhundert lang, mit geringer Unterbrechung, als der Wüthe-rich Domitian sich ungerecht und schwach zugleich zeigte und dafür die Waffen der Marko-mannen in schweren Niederlagen zu fühlen bekam. Selbst während der HeldenkämpfeDecebal's, welcher alle Völker vom Euphrat bis an den Rhein gegen Rom erregte, blie-ben die Markomannen diesem treu. Um das Jahr 162 erst erscheint ihr König Bellomaran der Spitze vielnamiger Völker aus dem Nordosten als Feind auf römischem Gebiet.Achtzehn Jahre lang dauerte der Krieg, der Rom mehrfach an den Rand des Abgrundesbrachte, in welchem die Deutschen wiederholt weit ins römische Gebiet vordrangen, dieRömer in ihrem höchsten Glücke kaum einige Meilen weit in das der Markomannen;und doch endigte dieser Krieg mit Wiederherstellung der alten Abhängigkeit der Marko-mannen von Rom. Jene hatten über 50,000 Gefangene auszuliefern und versprachendoch Geißeln und Hilfstcuppen, sie versprachen ferner, nur zu bestimmten Zeiten und nurim Beisein römischer Gesandten ihre Landtage zu halten; und diesen Frieden beschworenaus jedem Volke zwei Männer, der Eine für das fürstliche Gefolge, der Andere für dieGemeinde. Er wurde gehalten, der Name der Markomannen aber fortan in der Ge-schichte kaum mehr vernommen. H. K. Hofmann.

Symbolische Bücher und Synoden, s. Kirchenverfassung.

Systematische Opposition. Schon die ArtikelEentrum" undFox"haben es nachgewiesen, wie es natürlich, unvermeidlich und heilsam ist, daß sich in jedemStaatsorganismus und zunächst in einer freien ständischen Verfassung eine Regie-rungs- oder Ministerialpartei und eine Oppositionspartei ausbilden undgegenübertreten. Sie führen fürs Erste zur möglichst vollständigen geordnetenVertretung und Durchführung der beiden unentbehrlichen Hauptrichtungenim Staatsleben, der Einheit und der Freiheit, des Erhaltens und des Fortschreitens.Sie führen fürs Zweite eben so zur steten möglichst sorgfältigen Prüfung allerStaatsmaßregeln, zur Enthüllung und Verbesserung ihrer Einseitigkeiten und Fehler.Das seit seiner freien Entwickelung in aller Macht und Größe und Blüthe stets glorreichfortschreitende englische Gtaatsleben beweist es der Welt, daß diese Parteien der Einheitund Kraft der Gesetzgebung und Regierung und der Regierungsmaßregeln, selbst in soschwierigen Zeiten und Kämpfen wie in denen der neuen Dynastie, wie in denen der ame-rikanischen und der französischen Revolutionen, Nichts schaden, sondern diese Einheit undKraft und vollends die Weisheit und Güte derselben vermehren.

Die Natur der Dinge und ihre Gewalt bestimmen denn endlich auch selbst die gut-müthigsten deutschen Politiker, gegen die Existenz einer Opposition ihren Vernichtungs-krieg einzustellen. So wie sie aber allermeist einer gründlichen Einsicht in die ganze Noth-wendigkeit und in die positive und negative beilsame Wirksamkeit der Opposition erman-geln, so ereifern sie sich gewöhnlich sehr unnöthig und einseitig gegen eine eigentliche Op-positionspartei und vollends gegen Das, was sie nicht richtig eine systematischeOpposition nennen. Sie glauben, jeder einzelne Abgeordnete müsse in Beziehungauf jede einzelne individuelle ständische Geschästssache und Abstimmung sichjedesmal nach seiner eigenen individuellen gewissenhaften Ueberzeugung über dieselbe ent-scheiden und hiernach stets eben so gut für als gegen die ministeriellen Maßregeln stim-men. In diesem Sinne wollte man wohl auch bei Entwerfung einiger ständischen Ver-fassungen und Geschäftsordnungen, z. B- der sächsischen, die Abgeordneten verhindern,sich schon äußerlich durch Wahl der Plätze allgemein und dauernd für eine ministe-rielle und oppositionelle Richtung oder Partei, für eine linke und recht«