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12 (1848) [Schl - Zwe]
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34 Schule», Mittelschulen.

sich, wenn Easernirung vermieden wird, unter recht günstigen Anspielen, die übrigensstets zur Ausncchme gehören möchten, sowohl für tüchtiges wissenschaftliches Studiumals auch für sittliche Erziehung recht Gutes wirken und hoffen. Nur darf man sich dabeinicht zu sehr auf die bisherigen Resultate solcher Eönobien berufen. Denn wenn unleug-bar aus derlei Instituten schon sehr tüchtige Gelehrte hervorgingen, so sind, abgesehenvon der höchst wahrscheinlichen Verwechselung desObgleich mit dem Weil, aus Gym-nasien ganz freier Einrichtung ebenfalls sehr viele tüchtige Gelehrte und wackere Männerder Tugend hervocgegangen und gehen noch jetzt aus ihnen hervor. Zweitens aber werdendiese Eönobien, Eonvicte, Seminarien und wie man sie sonst noch nennt, mit vollemunabweisbaren Grunde gerade in der Rücksicht sehr in Schatten'gestellt, in welcher sieWunder wirken sollen. Nur zu oft nehmlich nähren und fördern solche Anstalten, vondenen der hemmende, blinde Geist des Confessionellen kaum fern zu halten ist, wie selbstein Lobredner 4") derselben bekennt, Pennalismus, Rohheit des Tones, Kastengeistundunnatürliche Lüste, als Folge des einsamen, einseitigen Zusammenlebens junger Leutevon einem gewissen Alter; haben sich doch im Königreiche Würtemberg, wo verhältniß-mäßig die meisten und ältesten Gymnastalconvicte exclusiver und fakultativer Art existiren,wiederholt und ernstlich sehr starke Stimmen gegen sie erhoben ^). Denke man aber vondenselben noch so gut, immerhin dürfen sie nur als Ausnahme existiren, denn unsere Zeitwill aus guten Gründen auch in diesem Zweige des öffentlichen Lebens keine Repristinationdes mittelalterlichen Schuttes: in der Freiheit bildet sich der Mensch am Leichtesten undBesten aus, nicht in der finstern Klosterzuchk. Ist es doch eine ausgemachte Sache, daßder Kern der Tugend nur in der Ueberwindung der Gefahr besteht, also nicht werden kann,wo die Gefahr nicht ist, und hat doch die Schule gerade die edle, wichtige Bestimmung,aus der Familie ins Leben zu führen, in welchem positive Tugenden nöthig sind, undnicht ins Kloster! Vergl. den ArtikelKlöster."

Es ist überhaupt die unerläßlichste Bedingung des Seins undGedeihens aller höherenwissenschaftlichen Unterrichtsanstalten, insbesondere der Gelehrtenschulen, daß sie vonden Formen und Einflüssen der Geistlichkeit, vorzüglich der katholischen, nach welchensich jetzt so Maiicbe unter warmen Seufzern sehnen (z. B. Zell in den Verhandlungender 2. Versammlung der Philologen S. 10), ganz frei bleiben. De» Beweis diesesSatzes liefert schon der Umstand, daß diese Schulen, welche auch in Deutschland selbstdurch die Reformation nicht gar zu viel in dieser Hinsicht erlangten, zum Theil noch jetztan den Nachwehen des geistlichen Joches zu leiden haben. Mit Recht sagt in dieser Be-ziehung Pölitz in den Vorlesungen über die Staatswissenschaften ll. 320:Soweitdas Lehnssystem des Mittelalters, mit seinem Priester- und Junkerthume, mit seinerLeibeigenschaft und Eigenhörigkeit, von dem staatsbürgerlichen Leben der unter neuenVerfassungen stehenden Völker abliegt; ebensoweit soll und muß auch die Erziehungund Schule in unserer Zeit von dem Klosterzuschnitts des Mittelalters und von dessen be-schränktem Gesichtskreise sich befreien " Die Gelehrtenschule unserer Zeit ist einreines Institut des Staates zur Entwicklung der Humanität durch Wissenschaft; freieForschung aber und Lehrfreiheit ist Lebenselement und Palladium aller Wissenschaft undjeder Schule der Wissenschaft"). Dies mögen die Geistlichen, denen die confsssionelleSchranke das Wichtigste ist, nimmer gestatten, weil sie durch die Kirche an gewisse Ideengebunden sind, die sie als Geistliche bekennen müssen, was der Freiheit der Vernunftwiderstreitet und aller Forschung ein Ende macht. Die Geschichte unserer Tage und derZustand so vieler Gymnasien Europas, die unter diesem Joche der Kirche schmachten,lehrt dies ganz sonnenklar, und es ist nur zu bekannt, wie sehr sich die Theologen an-maßen, alle Disciplin des philosophischen, d. h. freien Wissens sogar in der allgemeinerenLiteratur und in den Horsälen der Hochschulen zu beherrschen. Sobald also ein Gym-nasium auch nur vorherrschend mit Geistlichen besetzt ist und einen Geistlichen zum Direc-

40) Greverus a. a. O. S. 254.

4>) Vergl. Die ehemaligen Klosterschulen dargestellt von Wunderlich, Hauff undKlarber (1833).

42) Greverus a. a. O. S. 23 ff.